Befreiungsschlag für die seit Jahren defizitäre Ferienfluglinie
LTU erhält frisches Kapital

Das Überleben der finanzschwachen deutschen Ferienfluggesellschaft LTU ist bis auf weiteres gesichert.

FRANKFURT. Wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfuhr, soll die traditionsreiche Airline aus Düsseldorf eine Finanzspritze über rund 200 Mill. Euro erhalten, um ihren Flugbetrieb fortführen und eine 2001 gewährte Rettungsbürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen ablösen zu können. Spekulationen, wonach die Deutsche Bank federführend an der Transaktion beteiligt sein soll, wollte das Kreditinstitut nicht kommentieren.

Der Kölner Handelskonzern Rewe, der 40 Prozent an LTU hält, soll seiner Flug-Beteiligung weitere 40 Mill. Euro frisches Kapital zuschießen, berichtete die „Rheinische Post“ in ihrer Freitag-Ausgabe. Ein LTU-Sprecher nannte die Zahlen „Spekulation“. Er bestätigte aber, dass die Geschäftsführung derzeit gemeinsam mit Anteilseignern an einem „Refinanzierungskonzept“ arbeite. Neben Rewe ist die Investitionsgesellschaft CKA, hinter der Axa Colonia und das Bankhauses Sal. Oppenheim stehen, mit 10,1 Prozent an LTU beteiligt. Die übrigen 49,9 Prozent liegen seit dem Konkurs der einstigen Muttergesellschaft Swissair treuhänderisch bei der Beteiligungsgesellschaft VBE in Düsseldorf.

Der 1955 gegründete Ferienpionier gilt seit vielen Jahren als Wackelkandidat am Himmel. Der letzte Gewinn des Unternehmens datiert aus den späten 90er-Jahren. Auch ein Sanierungsplan, der als Folge des Fast-Konkurses 2001 verabschiedet wurde und die LTU-Flotte auf 24 Flugzeuge zurechtstutzte, brachte bis heute keine schwarzen Zahlen. Branchenexperten gehen davon aus, dass LTU 2004 ein Minus im niedrigen zweistelligen Millionenbereich einflog und auch im laufenden Jahr kaum besser abschneiden wird. Das Unternehmen wird von Billigfliegern wie Air Berlin hart attackiert und muss wie die gesamte Branche gegen die dramatisch gestiegenen Kerosinkosten ankämpfen. Wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfuhr, fordern die LTU-Anteilseigner eine neue Sparrunde, die ab 2006 den Ferienflieger wieder in die schwarzen Zahlen bringen soll. „Die Fixkosten müssen in allen Bereichen noch einmal deutlich runter“, hieß es.

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