Beglaubigte Bilanz bis Ende September
Ahold prüft Zahlen noch auf Herz und Nieren

Nachdem die Bilanzen des hoch verschuldeten weltweit drittgrößten Einzelhandelskonzerns ins Kreuzfeuer geraten sind und einen weiteren Bilanzskandal ausgeklöst haben, will Ahold nun bis Ende September seine abschließend geprüfte Bilanz für 2002 vorlegen.

Reuters AMSTERDAM. Aufsichtsratschef Henny de Ruiter sagte auf der außerordentlichen Hauptversammlung des Konzerns, die Präsentation der revidierten Zahlen habe für den Konzern Priorität. Die ursprünglich für März dieses Jahres geltende Frist hat Ahold bereits zweimal verpasst. Er hoffe, dass die Untersuchung durch Price-Waterhouse-Coopers und andere Buchprüfungsfirmen ausreichen werde, so dass eine gesonderte Prüfung durch die US-Börsenaufsicht nicht nötig sein werde. Auch Aholds neuer Konzernchef Anders Moberg sollte am Donnerstag erstmals seit seinem Amtsantritt den Aktionären die künftige Strategie erläutern.

Am Morgen hatte Ahold noch nicht abschließend geprüfte Ergebnisse für seine niederländische Sparte Albert Heijn und die US-Supermarktkette Stop & Shop vorgelegt. Danach verzeichnete Albert Heijm im vergangenen Jahr einen Nettoumsatz von 5,7 Mrd. € und einen Betriebsgewinn von 262 Mill. €. Stop & Shop wies für 2002 einen Nettoumsatz von 9,48 Mrd. Dollar und einen Betriebsgewinn von 714 Mill. Dollar aus.

Nach Angaben von Aktienhändlern reagierte der Kurs zunächst aus Erleichterung darüber, dass es keine negativen Überraschungen gab, positiv und zog gegen den Trend an. Im Verlauf rutschten die Aktien aber um knapp 2,4 % ins Minus. „Es ist schön, wenigstens diese Zahlen zu haben, aber wir sind an der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr interessiert und natürlich an Herrn Mobergs Ausführungen zur künftigen Strategie“, sagte ein Analyst. Die Hauptversammlung könnte bis in den Abend dauern. Ahold hat den Tagungsraum bis 20.00 Uhr MESZ gebucht.

Ahold hatte Anfang Juli seine interne Buchprüfung abgeschlossen und dabei Fehlbuchungen von knapp einer Milliarde Euro - vor allem bei der US-Lebensmittelsparte - festgestellt. Das Unternehmen wollte seine Geschäftszahlen darauf hin entsprechend überarbeiten. Der Bilanzskandal war im Februar bekannt geworden. Als Konsequenz waren der Konzernchef und der Finanzvorstand zurückgetreten, die mittlerweile durch frühere Manager des schwedischen Möbelherstellers Ikea ersetzt wurden. Zusätzlich zu den Fehlbuchungen werden zudem noch umfangreiche Wertberichtigungen erwartet, die sich nach Schätzungen von Branchenexperten auf insgesamt bis zu zwei Mrd. € belaufen können.

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