Bei Tochter Germanwings
Lufthansa warnt Gewerkschaft vor Streiks

Am Freitag endet bei der Lufthansa-Tochter Germanwings eine Urabstimmung der Gewerkschaft. Es könnten Streiks beschlossen werden. Die hält Lufthansa-Chef Franz für „absolut schädlich“ – und warnt seine Mitarbeiter.
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BerlinLufthansa-Chef Christoph Franz hat die Flugbegleitergewerkschaft UFO (Unabhängige Flugbegleiter Organisation) vor Streiks bei der Konzerntochter Germanwings gewarnt. Dass während laufender Tarifverhandlungen „schon mal prophylaktisch über Streiks abgestimmt“ werde, sei „absolut schädlich“ für das Geschäft, sagte Franz der „Bild“-Zeitung vom Montag. Kunden würden dadurch „nur unnötig verunsichert“. Es sei zu hoffen, dass ein langwieriger Arbeitskampf mitten in der Ferienzeit verhindert werden könne.

Bei der Germanwings endet am Freitag eine Urabstimmung der UFO. Die Gewerkschaft lässt das Kabinenpersonal der Lufthansa-Tochter darüber abstimmen, ob die Tarifforderungen mit „Arbeitskampfmaßnahmen“ durchgesetzt werden sollen.

In den Tarifverhandlungen habe es jedoch erste positive Signale gegeben, sagte Konzernchef Franz der „Bild“. Er erwarte eine Einigung mit den Arbeitnehmervertretern zu moderaten Konditionen. „Germanwings muss günstig bleiben“, betonte er. „Wenn dies durch zu hohe Tarifabschlüsse nicht mehr gegeben ist, hat auch die Germanwings ihre Existenzgrundlage verloren.“ Das Management müsse die Kosten "wettbewerbsfähig" halten. Sonst könne Germanwings im hart umkämpften Markt der Billigflieger nicht erfolgreich arbeiten.

Die Gewerkschaft fordert unter anderem fünf Prozent mehr Vergütung für die Flugbegleiter der Lufthansa-Konzerntochter. Daneben geht es UFO um die Eindämmung von befristeten Arbeitsverträgen, Regelungen zu Wechselmöglichkeiten zur Mutter-Airline Lufthansa und neue Vergütungsstufen. Die Verhandlungen über den Mantel- und Vergütungstarifvertrag laufen nach Angaben der Gewerkschaft seit einem Dreivierteljahr.

Erst an diesem Montag startete die Lufthansa die „neue Germanwings“. Die Tochtermarke bedient künftig sämtliche Strecken des Konzerns innerhalb Europas, abgesehen von den Flügen ab Frankfurt am Main und München. Damit wandern Flüge, die bislang unter der Marke Lufthansa bedient wurden zur Billigtochter.

Germanwings nimmt in der neuen Konzernstrategie der Lufthansa im Kampf gegen Billigfluggesellschaften und die Konkurrenz arabischer und asiatischer Airlines eine wichtige Stellung ein. Die Lufthansa steht unter erheblichem Kostendruck. Ende vergangenen Jahres hatte Deutschlands größte Fluggesellschaft deshalb eine Neuausrichtung ihres Geschäfts bekanntgegeben.

Derzeit durchläuft die Lufthansa ein Sparprogramm. Der Konzern will unter anderem weltweit 3500 Stellen in der Verwaltung streichen und dadurch zusammen mit anderen Schritten sein Ergebnis im laufenden Geschäft um 1,5 Milliarden Euro verbessern.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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