Bei Wirtschaftskriminalität treten Steffen Salvenmoser und sein Team in Aktion
Detektive in Nadelstreifen

Maximilian Spengler* starrt fassungslos auf den anonymen Brief. Wieder und wieder liest der Aufsichtsratsvorsitzende eines Werkzeugherstellers aus dem Schwäbischen die Zeilen des anonymen Schreibers, der den Vorstandsvorsitzenden der Bestechlichkeit bezichtigt.

DÜSSELDORF. Spengler glaubt ihm kein Wort. Er ist sich sicher, dass er Franz Müller* genau kennt und dass der über solche Vorwürfe erhaben ist. Galt der für ihn doch immer als zuverlässiger Manager, fair bei Verhandlungen, geachtet von Geschäftspartnern. Kurzum: ein Mann, für dessen Integrität Spengler seine Hand ins Feuer legen würde. Und jetzt diese absurden Vorwürfe.

Doch da sich der Schreiber als Mitarbeiter outet und sehr konkret den Verdacht vieler Kollegen wiedergibt, wonach Müller Aufträge für den Neubau einer Lagerhalle zu überhöhten Preisen vergebe und sich über diesen Umweg seine noble Privatvilla renovieren lasse, ist dem Aufsichtsratschef klar: die Gerüchte werden die Runde machen und der Reputation des Werkzeugherstellers schaden. Also muss er den Vorwurf entkräften und den Ruf des Vorstandschefs rein waschen. Aber Müller nur zur Rede stellen, damit er die Beschuldigungen entkräften kann, reicht nicht aus.

Spenglers Aufgabe ist wirklich heikel. Polizei und Staatsanwaltschaft kann er nicht einschalten. Das würde viel zu viel Aufsehen erregen. Außerdem verfolgen die staatlichen Institutionen primär das Ziel, die Schuld einer Person zu beweisen, nicht ihre Unschuld.

Das ist die Stunde von Leuten wie Steffen Salvenmoser und seines Teams, das bei der Wirtschaftsprüfergesellschaft PriceWaterhouseCoopers (PWC) in Frankfurt die junge Abteilung „Dispute Analysis & Investigations“ bildet oder, populärer ausgedrückt, der Forensic Services. In dieser Abteilung verantwortet Salvenmoser alle Aufgaben rund um die Wirtschaftskriminalität. Dabei erweckt der Mittvierziger keineswegs den Eindruck eines Jägers. Mit seiner mittelgroßen, schlanken Figur und seinem höflichen, bescheidenen Auftreten wirkt der ehemalige Staatsanwalt eher wie ein beliebiger Angestellter, nicht wie ein Wirtschaftskriminalist.

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