Beiersdorf
Aktionäre kritisieren „verdünnte Shampoo-Dividende“

Der Gewinn sprudelt, die Dividende tröpfelt. Kleinaktionäre monieren auf der Hauptversammlung des Konsumgüterkonzerns Beiersdorf die seit Jahren eingefrorene Dividende. Was Starinvestor Warren Buffet dort zu suchen hat.

HamburgEs ist eine Kritik, die nicht fruchtet: Die Vertreter der Kleinaktionäre haben bei der Hauptversammlung von Beiersdorf erneut die Höhe der Dividende kritisiert. Seit Jahren zahlt Beiersdorf 70 Cent je Aktie – trotz stetig steigender Gewinne.

„Mit dem Einfrieren der Dividende kann niemand zufrieden sein“, monierte Hans-Georg Martius von der Schutzgemeinschaft SdK. „Eine gleichbleibende Dividende begeistert niemanden hier im Saal.“ Gemessen am Gewinn sinke die Ausschüttungsquote für 2015 auf 24 Prozent – nach 30 Prozent im Vorjahr. Martius forderte, jedes Jahr „ein paar Cent“ mehr draufzulegen. Sein Ziel: eine Verdopplung der Ausschüttungsquote auf 50 Prozent.

Auch Steffen Kraus vom Aktionärsbund DSW bemängelte die Dividende: „Es ist schade, dass der Wermutstropfen Dividende jedes Jahr hier aufs Tapet gebracht wird.“ Andererseits danke er dem Hauptaktionär Michael Herz, dass er – anders als ein Finanzinvestor – Geld im Unternehmen lasse. Wünschenswert sei ein Mittelweg mit einer „moderaten Erhöhung“ der Dividende, sagte Kraus. Anders als SdK-Mann Martius kündigte er jedoch an, dem Dividendenvorschlag zuzustimmen. Im Ergebnis ist das unerheblich: Herz hält eine deutliche Mehrheit der Aktien.

Sogar der scheidende Finanzvorstand Ulrich Schmidt zeigte Verständnis für die Kleinaktionäre. „Da Sie als Aktionäre von der Dividende sicherlich noch nicht begeistert sind, hoffen wir, dass Sie mit der Kursentwicklung zufrieden sind“, sagte er an seinem letzten Arbeitstag vor dem Ruhestand. Er sprach von einer „moderaten Dividende“. Schmidt gab seinem Nachfolger Jesper Andersen eine Aufgabe mit auf den Weg: die Verbesserung des „Working Capitals“. Diese Kennzahl gibt an, wieviel Geld im operativen Geschäft gebunden ist. Sinkt sie, wird Liquidität frei.

„Wir haben das in den letzten Jahren etwas vernachlässigt“, sagte Schmidt. „Es ist eine hygienische Aufgabe, auch hier etwas zu arbeiten“, sagte er. Zuletzt lag die Quote des „Working Capitals“ bei 12,8 Prozent, 2014 waren es 13,5 Prozent. Allerdings stand Beiersdorf, was diese Kennzahl betrifft, in den vergangenen Jahren besser da. Schmidt kündigte an, Beiersdorf wolle „einstellige Werte“ erreichen. Konkurrent-Henkel etwa hat bereits stark am „Working Capital“ gearbeitet und so Liquidität gewonnen.

Allerdings: Beiersdorf hat schon jetzt ordentlich Geld in der Kasse. Die Nettoliquidität liegt bei mehr als drei Milliarden Euro – ein weiteres Argument für mehr Dividende, das die Kleinaktionäre beherzt aufgriffen. „Wir haben eine verdünnte Shampoo-Dividende“, schimpfte ein Kleinaktionär.

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