Bekleidungskette
Wehmeyer schließt mehr als jede dritte Filiale

Die angeschlagene Bekleidungskette Wehmeyer schließt mehr als ein Drittel ihrer Filialen. Das teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus in Köln mit. Die Einschnitte werden rasch erfolgen – und die Mitarbeiter hart treffen.

HB KÖLN/AACHEN. Fast die Hälfte der 950 Arbeitsplätze in den bisher 39 Filialen fällt weg. In den vergangenen Wochen seien die Zahlen der Kette gründlich geprüft worden. „Wir sind dabei zu der festen Überzeugung gekommen, dass Wehmeyer mit den ausgewählten 23 Filialen und insgesamt mehr als 510 Beschäftigten gute Aussichten hat, am Markt erfolgreich zu bestehen“, sagte Kebekus laut Mitteilung. Die Gespräche mit mehreren Investoren liefen noch und würden ergebnisoffen geführt. Einzelheiten dazu wollte ein Sprecher von Kebekus am Montag nicht nennen.

Im Zuge der Prüfung seien 13 Filialen als „dauerhaft verlustträchtig“ identifiziert worden, erklärte Kebekus. Darunter seien Häuser in Köln, Dortmund, Bochum, Wuppertal und Mainz. In den betroffenen Filialen fänden bis zum 27. September Räumungsverkäufe statt, anschließend würden sie geschlossen. Die Schließung dreier weiterer Filialen hatte Wehmeyer bereits vor dem Insolvenzantrag angekündigt. Es würden allerdings noch Insellösungen für einzelne Standorte geprüft. Das Insolvenzverfahren wird voraussichtlich am 1. Oktober eröffnet. Die Beschäftigten wurden am Sonntag bei einer Versammlung über die aktuelle Entwicklung informiert.

Die Mitarbeiter, die nicht von Wehmeyer übernommen werden, könnten bis zu vier Monate in einer Beschäftigungsgesellschaft weiterqualifiziert werden, um dann bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters. In dieser Zeit erhalten sie 80 Prozent ihres vorherigen Nettolohns.

Die Geschäftsführung der Wehmeyer GmbH & Co. KG hatte Anfang Juli Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Als Gründe wurden das schwierige Marktumfeld und das zurückhaltende Konsumverhalten in Deutschland genannt.

Der Karstadt-Quelle-Konzern - heute Arcandor - hatte Wehmeyer im August 2005 im Zuge seines Sanierungsprogramms zu gleichen Teilen an die US-Investorengruppe Schottenstein und das Textilunternehmen Miro Radici AG verkauft. Seitdem Miro Radici Anfang dieses Jahres seinen Anteil an Schottenstein veräußert hat, ist der Finanzinvestor alleiniger Gesellschafter. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Wehmeyer einen Umsatz von etwa 150 Mill. Euro.

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