Belastete Kabinenluft
Lufthansa muss bei A380-Flotte nachbessern

Wegen belasteter Kabinenluft rüstet die Lufthansa ihre gesamte A380-Flotte um. Bei technischen Pannen war Öl in die Atemluft gelangt. Auf das Unternehmen kämen durch den Umbau keine nennenswerten Extrakosten zu, hieß es.
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MünchenDie Lufthansa bessert wegen der Gefahr von Öldämpfen an Bord die gesamte Flotte ihres Vorzeigeflugzeugs A380 nach. Alle Exemplare des Großraumjets würden umgerüstet, sagte ein Konzernsprecher am Montag. „In die Triebwerke der zehn Flugzeuge des Typs werden Bleche eingesetzt, die verhindern sollen, dass Ölrückstände in die Kabinenluft gelangen.“ Wie bei den meisten anderen Passagiermaschinen werde beim Airbus A380 die Luft für die Passagiere am Triebwerk angesaugt.

Bei einer technischen Panne könne es passieren, dass Öl in die Atemluft gelange. Auf das Unternehmen kämen keine nennenswerten Extrakosten zu, da die Umbauten während der üblichen Wartungsarbeiten vorgenommen werden könnten. Die Flieger müssten nicht extra aus dem Verkehr gezogen werden.

Die Lufthansa reagiert damit auf eine Reihe von Vorkommnissen bei ihrem Flaggschiff. „Es gibt seit etwa einem Jahr eine Häufung von Geruchsbelästigungen auf Flügen von Singapur mit dem A380“, sagte der Sprecher. Die Ursachen seien noch nicht sicher, aber da es derzeit nur nach Starts in dem Stadtstaat am Äquator zu Auffälligkeiten komme, sei anzunehmen, dass die hohe Luftfeuchtigkeit und Temperatur dort ein Grund seien könnten, sagte er. Die Triebwerke des A380 stammen vom britischen Hersteller Rolls-Royce.

Das Thema hat an Brisanz gewonnen, seitdem vergangene Woche ein Untersuchungsbericht über den Beinahe-Absturz eines Flugzeugs der Lufthansa-Billigtochter Germanwings vor knapp zwei Jahren bekannt wurde. Bei dem Vorfall waren die beiden Piloten im Landeanflug durch belastete Kabinenluft beinahe in Ohnmacht gefallen. Grund waren offenbar giftige Öldämpfe - darauf deuten nach Informationen des „Spiegel“ interne Dokumente aus dem Lufthansa-Konzern hin.

Germanwings selbst sprach von einem Vorfall, bei dem Passagiere und Personal an Bord der betroffenen Maschine nicht gefährdet gewesen seien. Der Flugkapitän habe der Fluggesellschaft versichert, „zu jeder Zeit alles unter Kontrolle“ gehabt zu haben, sagte ein Sprecher am Freitag. Zwar habe der Pilot „kurzfristig leichte Beeinträchtigungen gespürt“, diese seien aber sofort nach Aufsetzen der Sauerstoffmaske gewichen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Lufthansa bessert nach? Doch wohl eher Airbus.

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