Belastung durch Reisetochter deutlich verringert
Arcandor kommt in Schwung

Der Essener Handelskonzern Arcandor hat dank starker Zuwächse der Reisetochter Thomas Cook seinen operativen Verlust verringert. Der Versandhandel des Konzerns hat nach Jahren die Gewinnzone erreicht. Ein Sorgenkind macht aber weiterhin Probleme.

HB DÜSSELDORF. Im Zeitraum von Januar bis März stand vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ein bereinigter Verlust von 53,3 Mill. Euro nach 178,9 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz legte um vier Prozent auf 4,1 Mrd. Euro zu. "Die Zahlen sind gut und geben Anlass zu weiterem Optimismus", resümierte Firmenchef Thomas Middelhoff.

Für das laufende Geschäftsjahr 2007/08 (bis Ende September) geht er weiterhin von einem bereinigten Ebitda von mehr als 800 Mill. Euro aus. Für 2008/09 peilt Arcandor dann mehr als 1,3 Mrd. Euro an.

Die größte Ergebnisverbesserung unter den Sparten schaffte die Tochter Thomas Cook, die etwa die Hälfte des Geschäfts von Arcandor ausmacht. Dort fiel das bereinigte Ebitda saisontypisch mit 32,1 Mill. Euro zwar negativ aus. Vor einem Jahr war der Verlust allerdings fast viermal so hoch.

Schwarze Zahlen schrieb allein der Versandhändler Primondo um das Traditionshaus Quelle. Die um Neckermann und um einige Spezialversender verkleinerte Gruppe schaffte nach jahrelangen Verlusten beim bereinigten Ebitda einen Gewinn von 1,7 Mill. Euro. "Wir haben mit Primondo viel vor. Wir glauben, dass das das operativ am stärksten wachsende Geschäft sein wird", sagte Middelhoff. Besonders in Osteuropa verzeichne die Sparte, zu der auch der Homeshopping-Kanal HSE24 gehört, hohe Wachstumsraten.

Sorgenkind bleibt die Warenhaustochter Karstadt, die im ersten Quartal einen Verlust von 22,9 (Vorjahr: 26,5) Mill. Euro verbuchte. Dennoch hätten sich die Warenhäuser besser als die Konkurrenz entwickelt, sagte Middelhoff. Um die Tochter zu stärken, hat Middelhoff eine europäische Warenhausallianz mit den Luxus-Kaufhausketten Printemps und La Rinascente ins Auge gefasst. "Wir arbeiten Tag und Nacht daran", sagte Middelhoff. Ebenso hat er ein Auge auf die Metro-Warenhauskette Kaufhof geworfen, die der Konkurrent verkaufen will. Beide Seiten hätten mit einem möglichen Deal jedoch keine Eile.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%