Belastungen für Verbraucher sollen reduziert werden
Einzelhandel fordert weniger Pestizide

Detlef Groß, Geschäftsführer des Einzelhandelverbandes HDE, fordert den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich zu reduzieren, um die Verbraucher zu entlasten. Für große deutsche Pflanzenschutzhersteller wie Bayer und BASF könnte das zu Umsatzeinbrüchen führen.

HB FRANKFURT. "Die Belastungen für die Verbraucher sollen reduziert werden", sagte Detlef Groß, Geschäftsführer des Branchenverbandes HDE, am Samstag in Brüssel. Die "Wirtschaftswoche" hatte zuvor berichtet, der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) plädiere für eine Senkung des Pestizideinsatzes in Deutschland von 15 Prozent in den nächsten zehn Jahren. Mittelfristig sei eine Verringerung des Einsatzes von Pflanzenschutzmittel um 40 Prozent möglich.

"Die Zielrichtung in dem Bericht ist richtig wiedergegeben", sagte Groß. Unter Berufung auf ein internes Papier des Verbandes hatte das Magazin berichtet, für den Menschen schädliche Stoffe sollen nach den Vorschlägen des Einzelhandels nicht mehr zugelassen werden, egal wieviel der Substanzen sich letztlich noch in Nahrungsmitteln wiederfindet. Auch sollen Stoffe, die sich nur schwer oder gar nicht in Lebensmitteln nachweisen lassen, verboten werden.

In der Europäischen Union werden gegenwärtig die Gesetze für Pflanzenschutzmittel überprüft. Verbraucherschützer fordern schon seit geraumer Zeit schärfere Zulassungsregeln in Europa. Für große deutsche Pflanzenschutzhersteller wie Bayer und BASF könnte die Durchsetzung solcher weitreichenden Forderungen zu Umsatzeinbußen führen. Bayer kam in seiner Sparte Crop Protection zuletzt auf einen weltweiten Jahresumsatz von 4,78 Mrd. Euro, der Pflanzenschutzbereich von BASF setzte 2007 3,14 Mrd. Euro um.

Ein BASF-Sprecher sagte zu den Vorschlägen des Einzelhandels: "Wir müssen erst einmal prüfen, von welchen Annahmen da ausgegangen wird, um zu sehen, ob das eine realistische Forderung ist." Bei Bayer war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Bayer kam in seiner Sparte Crop Protection zuletzt auf einen weltweiten Jahresumsatz von 4,78 Milliarden Euro; der Pflanzenschutzbereich von BASF setzte 2007 weltweit 3,14 Milliarden Euro um.

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