Belgien verhängt Landeverbot gegen zwei Maschinen
Die Luft wird dünn für Onur Air

Nun hat auch die belgische Luftfahrtaufsicht Mängel an Maschinen der türkischen Fluggesellschaft Onur Air festgestellt und gegen zwei Jets ein zehntägiges Landeverbot verhängt.

HB BRÜSSEL/ISTANBUL. „Bestimmte Wartungsarbeiten müssen dringend ausgeführt werden, bevor die Flugzeuge wieder in Belgien landen dürfen“, sagte Luftfahrtexperte Hugo Spruyt von der Aufsichtsbehörde der flämischen Zeitung „De Morgen“ (Donnerstagsausgabe). Nach Flugverboten in den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und der Schweiz war Onur Air nach Belgien ausgewichen.

Die Niederlande hätten alle Flüge des türkischen Unternehmens verboten, weil bei zwei Maschinen das Datum für die technische Überprüfung überschritten worden sei, berichtete „De Morgen“ weiter. In der Woche, als die dortigen Behörden ihre letzte Warnung ausgesprochen hätten, habe es einen Zwischenfall auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol gegeben. Ein Flugzeug habe nach dem Start wegen Motorproblemen umkehren müssen. Allen Warnungen zum Trotz sei die Maschine dann nach nur kurzer Überprüfung wieder losgeflogen.

Belgien hatte nach den Flugverboten in den Nachbarländern strenge Kontrollen aller Onur-Air-Maschinen angekündigt. Aus Mangel an Zeit und Personal seien intensive Überprüfungen aber kaum möglich, zitierte die Zeitung den Fachmann Spruyt. Bei Nachtflügen verhindere die Dunkelheit eine genaue Kontrolle aller Einzelheiten. Zudem seien die Maschinen oft nur kurz auf belgischem Boden: „Wir dürfen keine Verspätungen verursachen“, sagte Spruyt. Dennoch hätten die Kontrolleure Mängel der Stufe 2 gefunden. Von Kategorie 3 an sei die Verkehrssicherheit einer Maschine in Frage gestellt.

Unterdessen gehen die Gespräche über eine Lösung des Problems weiter. Beamte der deutschen und niederländischen Flugaufsicht sind in die Türkei gereist. Am Donnerstag trafen sie sich mit türkischen Experten. Schon gestern gab es erste Gespräche. „Für die Experten des Luftfahrt-Bundesamtes ist entscheidend, dass die Sicherheitsmängel nachprüfbar behoben werden“, sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums am Mittwoch.

Nachdem gravierende Mängel an den Flugzeugen zunächst bestritten worden waren, hatten Vertreter von Onur Air am Dienstag bei einem Gespräch im Luftfahrt-Bundesamt ein „Sofortprogramm“ zur Behebung der Mängel vorgelegt. Diese wurden gemäß internationaler Vereinbarung aber nicht öffentlich bekannt gemacht. „Bild am Sonntag“ hatte über defekte Triebwerke und abgefahrene Reifen berichtet.

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