Bemühungen um Privatkunden
Post senkt die Preise

Die Deutsche Post verstärkt den Wettbewerb um private Paketkunden. „Wir wollen den privaten Kunden attraktivere Produkte zu günstigeren Preisen anbieten“, sagte Post-Chef Klaus Zumwinkel dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Deutschland sei einer der profitabelsten Märkte der Pakettochter DHL. Um den zum Teil erheblich preisgünstigeren Konkurrenten im Geschäft mit den privaten Kunden stärker Paroli zu bieten, werde sich DHL eine schlankere Organisation verpassen, Qualität und Service verbessern sowie insgesamt die Profitabilität steigern, sagte der Post-Chef. Mit Firmenkunden handeln die Paketdienste dagegen in der Regel eigene Verträge und hohe Rabatte aus.

„Dies ist eine klare Kampfansage Richtung Hermes, den größten Konkurrenten von DHL im Privatkundengeschäft“, meint der Hamburger Unternehmensberater Horst Manner-Romberg. Die Post spüre nun offenbar auch im Geschäft mit den privaten Kunden den Konkurrenzdruck. Hermes, eine Tochter des Versandhändlers Otto, hat den Umsatz 2005 um 28 Prozent auf 908 Mill. Euro erhöht. Der Umsatz von DHL Express dagegen stagniert in Europa bei rund 12 Mrd. Euro. Auch der Umsatz in Deutschland lag nur leicht über dem des Vorjahres. Hermes hat den Anteil bei Zustellungen von Unternehmen an Privatpersonen in Deutschland dagegen nach eigenen Angaben um zwei Prozentpunkte auf 35 Prozent ausgebaut. Im reinen Privatkundengeschäft habe sich der Marktanteil binnen zwölf Monaten auf 22 Prozent mehr als vervierfacht. Damit jagt Hermes DHL immer stärker Privatkundengeschäft ab.

Zumwinkel setzt bei der Reorganisation des Paketgeschäfts auf effiziente Organisation. Die Verwaltungen der Produktions - und Vertriebsregionen werden von 34 bzw. 28 auf jeweils 13 reduziert. An der Anzahl von 34 Paketzentren in Deutschland wird sich aber nichts ändern. Die Kostensenkung, die vor allem überzählige Managementfunktionen betreffe, bezifferte Zumwinkel auf einen guten zweistelligen Millionenbetrag. Auf einer Führungskräftetagung in Berlin präsentierten DHL-Europa-Chef Peter Kruse und DHL-Deutschland-Chef Claude Béglé 300 DHL-Managern die Pläne, die noch von Kruse entwickelt worden sind. Béglé ist erst seit kurzem bei DHL.

Kruse kündigte gegenüber dem Handelsblatt an, dass die Post das Filialnetz in Deutschland verdichten werde. Dazu werde die Zahl der Postagenturen oder Kontaktpunkte, wie beispielsweise Postshops im Einzelhandel oder an Tankstellen, die rund um die Uhr geöffnet haben, erhöht. Die Post zählt 12 000 Filialen, davon 5 000 eigene und 7 000 Postagenturen. Hermes kommt auf 11 000.

DHL werde EU-weit außerdem ein eigenes Produktmanagement einrichten, sagte Kruse, um Qualität und Service zu verbessern. Davon soll vor allem das internationale, die Grenzen überschreitende Paketgeschäft profitieren. „DHL erwartet in diesem Jahr im Cross–Border-Geschäft ein Umsatzplus von 15 Prozent“, sagte Kruse. Seit Februar gebe es für internationale Express-Produkte eine „Geld-zurück-Garantie“ und die Zustellung vor 12 Uhr.

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