BER-Chef
Korruptionsaffäre bringt Mehdorn in Bedrängnis

Kurz vor Mehdorns Abgang als BER-Chef kommen Zweifel an seinem Führungsstil auf. Der Korruptionsversdacht gegen einen Bereichsleiter war der Flughafengesellschaft bekannt – Mehdorn schien die Vorwürfe zu ignorieren.
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DüsseldorfIn der Affäre um einen mutmaßlich bestechlichen Bereichsleiter des Berliner Hauptstadtflughafens BER wachsen die Zweifel an der Rolle des scheidenden BER-Chefs Hartmut Mehdorn. Wie das Handelsblatt (Donnerstagausgabe) berichtet, war die Compliance-Abteilung der Flughafengesellschaft bereits Mitte 2013 durch ein anonymes Schreiben über den Korruptionsverdacht gegen den Bereichsleiter und Prokuristen informiert. Trotzdem stellte Mehdorn dem betreffenden Manager noch im August 2013 eine ausdrückliche Empfehlung aus.

Ein Flughafensprecher erklärte auf Anfrage, es sei nicht Stil des Hauses, einem Mitarbeiter Steine für seine weitere Karriere in den Weg zu legen. Mehdorn hatte bereits früher erklärt, er habe nichts von dem Korruptionsverdacht gegen den Bereichsleiter gewusst.

Vor einer Woche wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Neuruppin den Bereichsleiter wegen Bestechlichkeit in besonders schwerem Fall verdächtigt. Die Ermittler aus der Schwerpunktabteilung Korruption fanden bei einer Durchsuchung seiner Privatwohnung mehrere Hunderttausend Euro in bar. Laut einer Zeugenaussage soll der Manager zwei Millionen Euro von dem niederländischen Baukonzerns Imtech angenommen haben. Als Gegenleistung soll er Ende 2012 eine Zahlung von 65 Millionen Euro veranlasst haben, ohne zu prüfen, ob Imtech die entsprechenden Arbeiten überhaupt ausgeführt hatte.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen vier Imtech-Manager wegen des Verdachts auf Bestechung in besonders schwerem Fall.

Massimo Bognanni ist Reporter im Handelsblatt Investigativ-Team.
Massimo Bognanni
Handelsblatt / Reporter im Investigativ-Team
Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche

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