BER-Flughafen Betreiber rechnen mit Zehntausenden Arbeitsplätzen

„Berlin steht bereit.“ Trotz der jahrelangen Hängepartie um den neuen Flughafen versprechen die Betreiber den Airlines ein großes Ausbauprogramm – und bis zu 65.000 Arbeitsplätze. Das soll Vertrauen schaffen.
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Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup (Bild) stellt in seinem „Masterplan BER 2040“ den geplanten Ausbau des Flughafens in den kommenden Jahrzehnten vor. Quelle: dpa
Der Masterplan

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup (Bild) stellt in seinem „Masterplan BER 2040“ den geplanten Ausbau des Flughafens in den kommenden Jahrzehnten vor.

(Foto: dpa)

SchönefeldDer geplante Ausbau des künftigen Hauptstadtflughafens bringt nach Erwartung der Betreiber zahlreiche neue Arbeitsplätze. An den Altflughäfen Tegel und Schönefeld arbeiteten heute 21 000 Menschen, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Dienstag in Schönefeld. Im Jahr 2035 könnten es nach Gutachten am neuen Airport 55 000 bis 65 000 sein.

Lütke Daldrup plant, den Standort Schönefeld bis 2030 auf 48 Millionen Passagiere im Jahr zu erweitern, bis 2040 auf 55 Millionen. Heute sind es im alten Schönefelder Terminal etwa 13 Millionen. Der neue BER-Terminal könnte heute 22 Millionen Passagiere schaffen. Doch dessen Eröffnung verzögert sich seit Jahren.

Nach jahrelangen Negativ-Schlagzeilen sei der Ausbauplan ein Signal an den Luftverkehr, sagte Lütke Daldrup. „Berlin steht bereit.“ Man werde die notwendige Kapazität bereitstellen. „Damit soll auch ein Stück Vertrauen in den Standort zurückgewonnen werden.“

Sechs Eröffnungstermine für den Flughafen sind schon gekippt, ein neuer soll Mitte Dezember genannt werden. Als ausgeschlossen gilt ein Start vor dem Spätsommer 2019 – acht Jahre nach dem ursprünglichen Eröffnungstermin.

Zwischen den beiden Start- und Landebahnen sollen vor und hinter dem neuen Terminal Schritt für Schritt neue Abfertigungsgebäude hochgezogen werden. Wenn der Flughafen erst in Betrieb ist, soll auch der Bau von Büros, Hotels, Geschäften und Kongressgebäuden in Gang kommen – verbunden von einer Hochbahn, so sieht es Lütke Daldrups „Masterplan“ vor. „Zu einem Flughafen gehört auch ein Stück Stadt.“ Lütke Daldrup machte sich auch dafür stark, die U-Bahn-Linie 7 von Rudow im Süden Berlins bis Schönefeld zu verlängern.

Das sind die größten Flughäfen der Welt
Mega-Flughafen in Peking eröffnet im Oktober 2019
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Der neue Flughafen der chinesischen Hauptstadt soll im Oktober 2019 eröffnen. Der Mega-Bau soll mehr als zehn Milliarden Euro kosten. Das Passagieraufkommen dürfte zunächst bei rund 45 Millionen Fluggästen pro Jahr liegen. Peking-Daxing hat aber eine maximale Kapazität von rund 100 Millionen Personen pro Jahr – und könnte damit größter Flughafen der Welt werden. Das Großprojekt ist 67 Kilometer südlich der Hauptstadt geplant und soll den im Norden gelegenen, bisherigen Haupt-Flughafen entlasten.

Platz 20: Bangkok
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Am Suvarnabhumi International Airport in der Hauptstadt von Thailand wurden 2016 knapp 55,9 Millionen Fluggäste registriert und damit 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Quelle: International Air Transport Association

Platz 19: Incheon
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Gut 57,8 Millionen Passagiere flogen dort im vergangenen Jahr. Damit stieg die Zahl der Reisenden gegenüber dem Vorjahr um 17,1 Prozent. Bislang war der Airport westlich von Seoul auf dem 22. Platz der Rangliste.

Platz 18: Denver
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Der internationale Airport im US-Bundesstaat Colorado begrüßte zuletzt rund 58,3 Millionen Reisende. Dies ist ein Zuwachs um gut acht Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Platz 17: Singapur
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Der Flughafen des asiatischen Stadtstaats fiel im Ranking um einen Rang. Im vergangenen Jahr landeten und starteten dort gut 58,7 Millionen Menschen.

Platz 16: New York JFK
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Der JFK Airport in New York kletterte durch einen Zuwachs von 3,5 Prozent einen Rang nach oben. 2016 starteten oder landeten dort gut 58,9 Millionen Reisende.

Platz 15: Guangzhou
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Der südchinesische Airport darf sich ebenfalls über Zuwächse freuen. Mit einem Plus von 8,2 Prozent kletterte um zwei Plätze nach oben. Im vergangenen Jahr waren dort gut 59,7 Millionen Passagiere zu Gast.

Abschied nehmen die Planer von der Idee, einen Terminal-Satelliten auf dem Vorfeld mit einer Brücke oder einem Tunnel an das Hauptterminal anzubinden. Stattdessen sollen Passagiere durch eine Ladenpassage auf dem Vorfeld zum Satelliten gelangen. So kann im Flughafen von der Krawatte bis zum Cappuccino mehr verkauft werden und die Betreibergesellschaft verdient daran mit.

Start- und Landegebühren seien stark reguliert, erklärte Lütke Daldrup. „Wir müssen vor allem unser Geld mit Handel, Gastronomie und Services verdienen.“

Das Unternehmen rechnet mit Ausbaukosten von 2,3 Milliarden Euro, von denen 700 Millionen schon im aktuellen BER-Finanzrahmen von 6,5 Milliarden Euro enthalten sind. Beim ersten Spatenstich 2006 waren die Verantwortlichen noch von zwei Milliarden Euro Baukosten ausgegangen. Planungsfehler und Baumängel, aber auch Erweiterungen machten das Projekt jedoch immer wieder teurer.

  • dpa
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