Berater soll Optionen prüfen
Widerstand gegen Verkauf der AUA bröckelt

Der Widerstand der österreichischen Regierung gegen einen Verkauf der angeschlagenen Fluggesellschaft AUA bröckelt. Das dürfte die Lufthansa interessieren: Sie gilt als wahrscheinlichster Partner.

HB WIEN/FRANKFURT. Österreichs Finanzminister Wilhelm Molterer schloss am Dienstag angesichts der deutlich trüberen Geschäftsaussichten erstmals eine Privatisierung des teilweise in Staatsbesitz stehenden Unternehmens nicht mehr aus. Im Zuge dessen könnte der österreichische Staat seinen Anteil von derzeit rund 43 Prozent auf 25 Prozent reduzieren. Eine Entscheidung über die Zukunft der AUA soll spätestens bis Herbst fallen.

„Angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage, des Wettbewerbes und des hohen Ölpreises halte ich eine ,Stand alone-Lösung' für unwahrscheinlich und eine strategische Partnerschaft für am wahrscheinlichsten“, sagte Molterer. Anfang Mai hatte sich der Politiker noch für die Eigenständigkeit der Fluggesellschaft stark gemacht.

Der Strategieschwenk des Finanzministers kommt nicht überraschend. Der Rekordölpreis reißt tiefe Löcher in die Bilanz der Airline. Für 2008 geht die AUA daher von einem Verlust von bis zu 90 Mill. Euro aus. Auch der zuletzt für 2009 angekündigte „dividendenfähige Gewinn“ rückt in weite Ferne.

Trotz der schwierigen Zukunftsaussichten ist ein Verkauf der Fluggesellschaft noch keine beschlossene Sache. Einer Privatisierung muss auch der sozialdemokratische Regierungspartner zustimmen. Deren Vorsitzender und Bundeskanzler Alfred Gusenbauer hat sich bislang stets gegen einen Mehrheitsverkauf der AUA ausgesprochen.

Nun soll ein internationaler Berater sämtliche Optionen für die AUA prüfen. Als mögliche Käufer gelten neben Lufthansa die größte europäische Airline Air-France-KLM und die russische Aeroflot, die ebenfalls Interesse bekundet hatte. Beide Unternehmen sind jedoch im Luftfahrtbündnis „Sky Team“, während AUA Mitglied in der von Lufthansa geführten „Star Alliance“ ist. Ein Wechsel der Allianz würde nach Einschätzung von Analysten rund 100 Mill. Euro kosten.

Gegner eines Verkaufs an Lufthansa fürchten, dass der größte Flughafen Österreichs in Wien bei einer Übernahme der AUA seine Drehkreuzfunktion Richtung Osteuropa verliert könnte. Das will die Regierung verhindern. „Die Kernfrage lautet, unter welchen Bedingungen die AUA langfristig gestärkt ist und die österreichische Infrastruktur und der Hub gesichert sind. Unter diesen Aspekten werden die Gespräche geführt werden“, kündigte Molterer an.

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