Beratungsmarkt entwickelt sich nur schleppend
Roland Berger rechnet mit Stagnation

Deutschlands zweitgrößte Unternehmensberatung, die Roland Berger Strategy Consultants, rechnet für das laufende Jahr mit stagnierenden Geschäftszahlen.

HB MÜNCHEN. „Umsatz und Gewinn liegen 2004 etwa auf dem Niveau des Vorjahres“, sagte Thomas Eichelmann, Mitglied der Geschäftsführung, dem Handelsblatt. 2003 verzeichnete Roland Berger einen Umsatz von 530 Mill. Euro. Die Zahl der Beschäftigten ist um knapp ein Prozent auf 1 650 gestiegen, davon 1 200 Berater.

2004 ist das erste Geschäftsjahr der Beratungsfirma unter der neuen Führung von Burkhard Schwenker, der im vergangenen Jahr Gründer Roland Berger als Sprecher der Geschäftsführung abgelöst hatte. Er leitet das Unternehmen zusammen mit einem vierköpfigen Team, zu der auch Eichelmann gehört.

Doch der Beratungsmarkt entwickelt sich nur schleppend. Zum Jahresanfang hatte die Diskussion um die Vergabe öffentlicher Aufträge an Unternehmensberater das Geschäft negativ beeinflusst. Unter anderem Roland Berger und die Bundesagentur für Arbeit sowie deren damaliger Chef Florian Gerster standen im Rampenlicht. Öffentliche Auftraggeber waren daraufhin zurückhaltend. Roland Berger setzt auf das Geschäft mit öffentlichen Verwaltungen und Unternehmen.

„Ein ganz gutes drittes Quartal und vor allem ein starkes viertes Quartal haben den Trend nach oben gebracht“, stellte nun Eichelmann fest. Die Münchener, hinter Mc Kinsey und vor Boston Consulting Group (BCG) die Nummer zwei in Deutschland, haben ihre Marktposition zwar gehalten, das Geschäft läuft aber nicht mehr so gut wie in den Boomjahren der Vergangenheit. In den vergangenen 30 Jahren lag das durchschnittliche Wachstum bei etwa 18 Prozent.

Gewachsen ist Roland Berger 2004 insbesondere im Ausland. „In China haben wir in diesem Jahr um 50 bis 60 Prozent zugelegt. Hier ist Roland Berger heute die Nummer eins oder zwei. Wir haben viele lokale Kunden und 120 Berater in China“, berichtete Eichelmann. Mit Konkurrent Mc Kinsey kämpfe Roland Berger dort um die Marktführung. Auch in Frankreich sei das Geschäft um 30 bis 40 Prozent gewachsen, in Japan habe man etwa ein Viertel zugelegt, so Eichelmann. In den USA, weltweit nach wie vor der wichtigste Beratungsmarkt, seien die Margen wegen des harten Wettbewerbs gering. Hier hat Schwenker die Strategie „Wachstum aus eigener Kraft“ ausgegeben. Zukäufe seien derzeit nicht geplant.

Knapp zehn Prozent von Roland Berger Strategy Consultants befindet sich nach wie vor in Besitz von Roland Berger, der jetzt als Aufsichtsratschef fungiert. Die übrigen 90 Prozent sind in den Händen der Berater.

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