Bergungsfirma: Smit soll Schiffswrack aufrichten

Bergungsfirma
Smit soll Schiffswrack aufrichten

Eine niederländische Spezialfirma soll die Costa Concordia wieder aufrichten - und könnte damit zu den wenigen gehören, die an dem Unglück Geld verdienen.
  • 1

DüsseldorfSchon vor 25 Jahren richtete sie die gekenterte Ärmelkanal-Fähre "Herald of Free Enterprise" auf und schleppte sie in den Hafen von Zeebrügge. Nun will die Rotterdamer Bergungsfirma Smit vor der Küste Italiens die spektakuläre Aktion von damals wiederholen. Sie könnte damit zu den wenigen Beteiligten gehören, die an der Havarie verdienen, der nach vorläufigen Angaben sechs Menschen zum Opfer fielen.

Nachdem gestern bekannt wurde, dass die Holländer das Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" an Land holen sollen, ging es mit den Aktien ihres Mutterkonzerns Boskalis Westminster steil nach oben. Dank eines Kurssprungs von knapp neun Prozent verteuerte sich der niederländische See- und Hafendienstleister an der Börse um fast 250 Millionen Euro.

So viel aber wird die Schiffsbergung kaum kosten, glaubt man den Schätzungen der betroffenen US-Reederei Carnival. Deren Vorstandschef Micky Arison hatte den dafür erwarteten Aufwand gestern auf höchstens 95 Millionen Euro geschätzt. Dabei ist noch gar nicht ausgemacht, auf welche Weise der Luxusliner geborgen werden soll.

Gestern hatte Smit zunächst mit zehn Experten und lokalen Helfern begonnen, 2 400 Tonnen Treibstoff aus dem Rumpf zu pumpen, um eine drohende Naturkatastrophe zu verhindern - das wird etwa zwei Wochen dauern.

Gleichzeitig ließ die Bergungsfirma durch ihre Fachleute prüfen, wie stabil das beschädigte und teilweise mit Wasser vollgelaufene Schiff noch ist.

Mit etwas Glück könnte eine Bergung nach dem Vorbild der "Herald of Free Enterprise" gelingen, die seinerzeit wegen einer geöffneten Bugpforte mit Wasser volllief und vor Belgiens Küste sank. Damals wurden 16 Stützpfeiler in den Meeresgrund betoniert, auf denen die Retter Kräne montierten. Das Schiffswrack wurde damit aufgerichtet und anschließend abgeschleppt.

Ähnliches plant Smit nun auch bei der "Costa Concordia". Auch hier will die Bergungsfirma auf der Rumpfseite des Schiffes massive Stützpfeiler in den Meeresgrund rammen, an denen der beschädigte Luxusliner mit Hilfe riesiger Gurte aufgerichtet werden soll. Für den nötigen Auftrieb auf der Gegenseite plant Smit Luftkissen im Rumpf zu verwenden.

Seite 1:

Smit soll Schiffswrack aufrichten

Seite 2:

Schlechtes Wetter behindert Arbeit

Kommentare zu " Bergungsfirma: Smit soll Schiffswrack aufrichten"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • hmm, nur ein Narr denkt (noch), dass es nur am Captain gelegen hat.

    Wäre echt mal ein Thema für die BILD, dass sie sich um die tatsächlichen Hintergründe kümmern.

    - Wer wollte denn, dass es zu diesem Schaden kommt
    - stand der Captain unter Drogen, wie auch seine gesamte Mannschaft.

    Eigentlich gibt es feste Checklisten für das Verhalten im Krisenfall. Der Captain als Person ist da vollkommen unwichtig. Das alles ist eine Maschinerie, die abläuft, wenn es zu Unregelmäßigkeiten kommt. Aber genau diese Maschinerie hat einer außer Kraft gesetzt.

    Der Captain war es bestimmt nicht, denn wozu gibt es den 1. Offizier ?

    Evtl. werden wir ja die Hintergründe erfahren.

    Aber eins ist klar, der Captain ALLEINE war es bestimmt nicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%