Bericht spricht von neuem Monopol
Aeroflot könnte sich russische Konkurrenten einverleiben

Russland plant nach Verstaatlichungen im Energiesektor, dem Automobilbau und in der Flugzeug-Industrie einem Bericht zufolge auch einen Zusammenschluss der nationalen Fluglinien um den früheren Monopolisten Aeroflot.

HB MOSKAU. Über Aktientausch solle Aeroflot die staatlichen Anteile an den Konkurrenten Pulkowo, Rossija, Krasair und Sibir übernehmen, berichtete die Wirtschaftszeitung „Wedomosti“ am Dienstag in Moskau. Aeroflot wolle die Zukäufe mit eigenen Zusatzaktien bezahlen, die der Staat übernehmen solle, schrieb das Blatt unter Berufung auf Quellen bei Aeroflot. Der von der Regierung gebilligte Plan des Managements solle bei der Hauptversammlung am 17. Juni angenommen werden.

Das Vorhaben, über dessen finanzielles Volumen keine Angaben gemacht wurden, würde praktisch das sowjetische Monopol für Aeroflot auf dem russischen Markt wiederherstellen, zitierte „Wedomosti“ einen Beamten des Verkehrsministeriums. Die Moskauer Börse honorierte die Aeroflot-Pläne mit einem deutlichen Aufschlag. Während der RTS-Index unter Gewinnmitnahmen litt, stiegen Aeroflot-Papiere im Tagesverlauf um 6 Prozent. Das Investmenthaus UFG, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bank, wertete das Projekt als „interessanten Vorschlag“, mit dem Aeroflot sein nationales und internationales Geschäft deutlich ausbauen könne.

Aeroflot ist zu 51 Prozent in staatlicher Hand und beförderte im vergangenen Jahr 6,7 Mill. Passagiere. Sibir lag mit 4,7 Mill. an zweiter Stelle, gefolgt von Pulkowo mit 2,8 Millionen. Der Staat hält derzeit 100 Prozent an Pulkowo und Rossija sowie 51 Prozent an Krasair. Ein Konzernsprecher der Fluggesellschaft Sibir, an der der Staat nur 25 Prozent hält, betonte, die privaten Eigentümer würden in jedem Fall die Aktienmehrheit behalten.

Der Plan für eine Fusion der Fluggesellschaften sei vor einigen Monaten vom Aeroflot-Management ausgearbeitet worden, schrieb „Wedomosti“. Nun habe auch die russische Regierung grünes Licht gegeben. Der russische Staat hatte zuletzt neben Teilen der Energiebranche auch den Autobau und den Flugzeugbau im Land gebündelt. Offizielle Begründung war, man wolle international konkurrenzfähig werden.

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