Bericht über bevorstehende Versteigerung treibt Börsenkurs des Unternehmens
Modekonzern Tommy Hilfiger sucht einen Käufer

Das angeschlagene Modeunternehmen Tommy Hilfiger Corp. will sich selbst versteigern. Das berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Kreise. Der Bekleidungshersteller mit eigenen Boutiquen in Amerika, Europa und Asien kämpft seit mehr als einem Jahr gegen Verluste. Namensgeber Tommy Hilfiger, der den Konzern 1982 gegründet hatte, ist heute nur noch Chef-Designer und Ehrenvorsitzender des Verwaltungsrates des Unternehmens, das seinen Sitz inzwischen in Hongkong hat.

tak/tmo NEW YORK. Als mögliche Kaufinteressenten sehen Analysten Kapitalbeteiligungsfirmen. Sie suchen derzeit fieberhaft nach Anlagemöglichkeiten für ihre milliardenschweren Fonds. Einige Firmen haben bereits Erfahrung in der Branche gesammelt. Die Texas Pacific Group etwa sanierte erfolgreich J. Crew, einen Hersteller von Bekleidung und Accessoires. Am Mittwoch teilte J. Crew mit, das Unternehmen wolle möglichst bald an die Börse.

Der Kaufpreis für Tommy Hilfiger beträgt nach Angaben des Fachmagazins "Women?s Wear Daily" bis zu 1,82 Mrd. Dollar. Diese Summe entspräche einem Aufschlag von rund einem Fünftel auf den Börsenwert des Unternehmens. Gestern stieg der Kurs in Reaktion auf die Verkaufsgerüchte im frühen New Yorker Handel um mehr als zehn Prozent. Dass Hilfiger allerdings tatsächlich eine so hohe Übernahmeprämie erzielen kann, scheint zweifelhaft. So hielten Private-Equity-Firmen sich im vergangenen Jahr zurück, als die angeschlagene US-Kleiderkette Eddie Bauer zum Verkauf stand.

Sprecher des Tommy-Hilfiger-Konzerns in Amsterdam und New York lehnten eine Stellungnahme zu den Berichten ab. "Tommy Hilfiger kommentiert grundsätzlich keine Gerüchte", sagte eine Sprecherin.

Neben der eigenen Marke mit dem blau-weiß-roten Logo gehört seit Dezember 2004 auch die Modemarke Karl Lagerfeld zu Hilfiger. In Europa - vor allem in Deutschland und Spanien - läuft das Geschäft gut. Dagegen brechen in den USA die Umsätze weg. Vergangene Woche meldete der Konzern für das abgelaufene Quartal einen Erlösrückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 319 Mill. Dollar. Der Quartalsverlust fiel niedriger aus als ein Jahr zuvor, teilte das Unternehmen mit, ohne nähere Angaben zu machen.

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