Berichte über höhere Verluste
Pin leidet offenbar unter Kundenschwund

Die Lage beim angeschlagenen Briefdienstleister Pin ist nach einem Medienbericht schlechter als gedacht. So soll der Umsatz empfindlich geschrumpft und der Verlust höher ausgefallen sein. Der Grund ist offenbar ein massiver Kundenschwund. Auch über den Grund, an dem die Rettung des Postdienstleisters gescheitert war, gibt es Neuigkeiten.

ap BERLIN. Der Umsatz werde 2007 um 69 Mill. Euro niedriger und der Verlust vor Steuern und Zinsen um zehn Mill. Euro höher ausfallen als geplant, meldete das Münchner Magazin "Focus" unter Berufung auf ein Roland-Berger-Gutachten für den Verwaltungsrat. Die Berater rechneten nur noch mit 277 Mill. Euro Umsatz und mit 63 Mill. Euro Vorsteuerverlust.

Ein Grund sei die Abwanderung zahlreicher Großkunden. Laut "Focus" wechselten seit September 50 öffentliche Kunden mit einem Jahresumsatz von 30 Mill. Euro von PIN zur Post, darunter das Gebietsrechenzentrum Hagen und das Amtsgericht Euskirchen.

Die Verhandlungen im Verwaltungsrat über eine Rettung der PIN Group AG, die zu knapp zwei Dritteln der Axel Springer AG gehört, waren am Mittwoch gescheitert. Laut "Focus" bot der zurückgetretene PIN-Chef Günter Thiel zur Rettung des Unternehmens an, auf seine 100-Millionen-Euro schwere Verkaufsoption an den Springer -Verlag zu verzichten und 50 Mill. Euro eigenes Geld zuzuschießen.

Gescheitert seien die Gespräche an der Gegenforderung des Verlages, den Deal rückabwickeln zu können, sollte der Mindestlohn noch unter 7,50 Euro sinken. "Denen ging es gar nicht um den Verkauf", sagte Thiel der Meldung zufolge. "Sonst hätten sie alles versucht, die Pleite abzuwenden."

Kritik an der Bundesregierung übte der ebenfalls zurückgetretene Verwaltungsratschef Bodo Hombach. "Das ist wirklich die schlechteste Lösung", sagte der "WAZ"-Geschäftsführer dem Magazin.

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