Berlin Fashion Week: Wie Levi's und H&M Nachwuchsdesigner fördern

Berlin Fashion Week
Wie Levi's und H&M Nachwuchsdesigner fördern

Die Konkurrenz in der internationalen Modebranche ist groß. Junge Designer aus Deutschland tun sich schwer, die Laufstege der Welt mit ihrer Mode zu erobern. Kooperationen mit Konzernen sollen ihnen Starthilfe geben.

BerlinKaren Jessen hat Lust an der Zerstörung. „Ich zerlege in alle Einzelteile“, sagt die Berliner Modedesignerin. Manchmal zerreißt die 31-Jährige Teile der Jeans, manchmal löst sie das Kult-Kleidungsstück bis zu den einzelnen Fäden auf. Nach der Zerstörung schafft die gebürtige Husumerin Neues. Sie schafft durch Techniken wie Häkeln und Makramee aus dem Material neue Stoffflächen. „Aus der gewöhnlichen Freizeitkleidung mache ich für mein Label Benu Berlin Couture“, sagt Jessen. So entstehen Röcke, Hosen und Abendkleider, die bis zu 2.000 Euro kosten.

Mit ihrem Einsatz für das sogenannte „Upcycling“, also aus alten Kleidungsstücken neue Mode zu entwerfen, ist sie dem Fashion Council Germany und dessen Präsidentin Christiane Arp aufgefallen. Arp, zugleich Chefredakteurin der Modezeitschrift Vogue in Deutschland, hat sie in die neue Initiative „Nachhaltigkeit und Stil“ aufgenommen.

Das erste Mal arbeiten darin große amerikanische Jeans-Konzerne wie Levi's, Tommy Hilfiger und Calvin Klein mit vier deutschen Nachwuchsdesignern zusammen Sie stellen den jungen Designern Karen Jessen, Kathleen König von Haltbar, Vladimir Karaleev und Nobieh Talaei den recycelten Rohstoff Denim zur Verfügung

Für Christiane Arp ist die neue deutsch-amerikanische Kooperation ein Zeichen dafür, „dass deutsches Fashiondesign auch international großes Potenzial hat“. Die in Berlin ausgestellten Denim-Kreationen der Jungdesigner zeigten, dass sich „scheinbare Gegensätze wie Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und großartige Mode vereinen lassen“.

Das Fashion Council Germany war vor gut einem Jahr entstanden. Es hat sich zur Aufgabe gemacht, deutschen Modedesignern zu helfen, sich auf dem internationalen Markt durchzusetzen. Damit versucht Deutschland im Wettbewerb mit den traditionell starken Modeländern England, Frankreich und Italien aufzuholen. Dort gibt es ähnliche Lobby-Organisationen schon seit vielen Jahren. Der British Fashion Council besteht zum Beispiel schon seit 1983.

Mit schönen Ausstellungen wie die der neuen Jeans-Kreationen ist es allerdings nicht getan. Die jungen Designer müssen sich vor allem in der brutalen Modebranche durchsetzen. Dabei handelt es sich um ein Geschäft, das durch viele Firmenpleiten geprägt ist. Selbst einstige Vorzeigeunternehmen wie die Luxusmarke Strenesse kämpfen, um sich in der sogenannten Insolvenz in Eigenverwaltung zu sanieren.

Der schwedische Textilfilialist H&M will dabei helfen, die Überlebenschancen der kreativen Youngster in der Modebranche zu erhöhen. Sie starten jetzt in Berlin ein Fellowship-Programm, das fünf deutsche Designer zwei Jahre lang fördert. „Die Designer durchlaufen unterschiedliche Abteilungen von H&M auf globaler und lokaler Ebene“, sagte Thorsten Mindermann, Geschäftsführer von H&M Deutschland.

Und was hat H&M von der Kooperation? „Ziel ist es, dass wir die Designer zu ihrer eigenen Kollektion inspirieren, die Entwicklung einer Kollektion für H&M steht nicht im Vordergrund“, sagte Mindermann. „Aber natürlich schauen wir immer nach Möglichkeiten, unsere Kunden zu überraschen.“ Bisher hat sich der schwedische Konzern vor allem auf die großen Namen wie etwa Karl Lagerfeld konzentriert, mit dem er einmal im Jahr eine Sonderkollektion auf den Markt bringt.

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