Berlin kürzt Subventionen für Bus und Bahn
Nahverkehr hebt die Preise an

Bus- und Bahnkunden in Deutschland müssen mit kräftigen Preiserhöhungen rechnen. Nach einer Umfrage des Handelsblatts geht die Mehrheit der deutschen Nahverkehrsunternehmen von Erhöhungen von mindestens fünf Prozent aus, die noch in diesem Jahr auf die Tickets aufgeschlagen werden sollen. Die Verkehrsbetriebe begründen die Preiserhöhungen mit dem Wegfall staatlicher Subventionen.

DÜSSELDORF. „Wir haben einfach die Notbremse ziehen müssen“, sagt ein Sprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB). Die Situation in der Messestadt ist exemplarisch für den Rest der Republik. Zwei Buslinien hat die LVB bereits im Mai eingestellt, doch das reichte nicht. Die Leipziger werden, wie alle Mitgliedsunternehmen des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes, die Ticketpreise ab August im Schnitt um 5,5 Prozent anheben. Ähnliche Pläne für Tariferhöhungen und Beschneidungen im Angebot haben durchweg alle Verkehrsbetriebe und Verkehrsverbünde in Deutschland in den Schubladen.

Bundesweit fehlen den Unternehmen zum Teil zweistellige Millionenzuschüsse von Bund und Ländern, weil das Sparprogramm der Ministerpräsidenten Koch (CDU) und Steinbrück (SPD) bisherige, in § 45a des Personenbeförderungsgesetzes gesetzlich verankerte, Ausgleichszahlungen für den Schüler- und Ausbildungsverkehr kräftig reduziert. In diesem Jahr sinken diese Gelder um vier, in den beiden Folgejahren um acht und zwölf Prozent.

Die Verkehrsbetriebe wollen die Mittelkürzungen nicht allein durch verteuerte Schülertickets wieder hereinholen. „Das wäre schlicht unsozial“, sagt Andreas von Arnim, Vorstandschef der Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG). Es werde den Unternehmen „nichts anderes übrig bleiben, als allgemeine Tariferhöhungen einzuplanen“.

Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) äußerte bereits die Befürchtung, dass das Zusammenstreichen der Subventionen für Bus und Bahn die Kundschaft verprellen könnte. Denn nicht nur bei den Schülertickets gibt es weniger Geld aus Berlin. Auch die vom Bund gezahlten Regionalisierungsmittel für den Schienenverkehr sollen gekürzt werden.

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