Berlin
Modemesse mietet Tempelhof günstig

Die Stadt Berlin hat den alten Flughafen Tempelhof zum Discountpreis an die Modemesse Bread & Butter vergeben. Das ärgert die Konkurrenz.

DÜSSELDORF/KÖLN. Kurz vor dem Start der Modemesse Bread & Butter im alten Berliner Flughafen Tempelhof flammt der Streit um die Nutzung des Gebäudekomplexes wieder auf. Die Messe für junge Mode erhält das Gelände des Flughafens zum Discount-Preis. Das erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), die das Gelände vermarktet. Bread & Butter zahlt demzufolge nur rund 1,65 Mio. Euro Jahresmiete für Hallen- und Außenflächen. BIM-Chef Sven Lemiss wollte sich trotz öffentlicher Kritik zu der Hoher der Miete nicht äußern. "Das unterliegt der Vertraulichkeit", sagte er.

Bread & Butter zahlt den Angaben zufolge für zwei Monate im Jahr, an denen sie die sieben Hangars, Büros, die Haupthalle sowie Teile des Flugvorfeldes nutzt, umgerechnet nur rund 23 Euro pro Quadratmeter pro Jahr oder einen monatlichen Quadratmeterpreis von rund 1,90 Euro.

Für den ehemaligen Mitbewerber um Tempelhof, das Studio Babelsberg, ist der niedrige Preis ein Ärgernis. "Wir haben einen Preis aufgerufen, der deutlich darüber liegt", sagte Carl Woebcken, Vorstandschef von Studio Babelsberg, gestern dem Handelsblatt. "Wir wären froh gewesen, wenn wir Tempelhof zum gleichen Preis wie Bread & Butter hätten mieten können."

Ursprünglich wollte die börsennotierte Studio Babelsberg AG Tempelhof als Studio nutzen. Das Potsdamer Unternehmen hatte vor einiger Zeit selbst ein Nutzungskonzept vorgelegt. Sie wollten Millionen in Hangars und Außenkulissen investieren, um Kinoproduktionen anzulocken. Doch Bürgermeister Klaus Wowereit beendete das Projekt "Filmhafen Tempelhof" völlig überraschend, wie Vorstandschef Woebcken findet. Nach seiner Meinung blockiert die Modemesse das ganze Jahr Tempelhof, obwohl sie das Gelände nur zwei Monate jährlich nutzt. Die Enttäuschung von Studio Babelsberg ist groß. "Die Chance auf eine strategische Zusammenarbeit ist vertan", sagte Woebcken gestern. Dennoch wird Studio Babelsberg Tempelhof weiterhin zeitweise für einzelne Filmprojekte nutzen.

Die Immobiliengesellschaft BIM bleibt allerdings hart. "Studio Babelsberg wollte zuerst das ganze Gelände mit allen Freiflächen vermarkten", sagt BIM-Chef Lemiss. "Das konnten wir aber nicht aus der Hand geben." Später habe man mit den Filmleuten über die Dauernutzung der Hangars gesprochen. Aber sie hätten nie ein offizielles Angebot abgegeben, sagt Lemiss. Und der mündlich geäußerte Mietpreis sei mit rund eine Mio. Euro deutlich niedriger als das Angebot von Bread & Butter gewesen.

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