Berlinale
Filmbranche wehrt sich gegen die Krise

Von Abschwung keine Spur, im Gegenteil – so beschreibt die Filmbranche ihren derzeitigen Status. Zum Start der Berlinale präsentiert sie sich als Profiteur der Wirtschaftskrise. Und tatsächlich könnte es der Branche kaum besser gehen.

DÜSSELDORF. Premiere auf der Berlinale: Ausgerechnet ein Wirtschaftsthriller eröffnet heute Abend die 59. Internationalen Filmfestspiele. Der deutsch-amerikanische Streifen „The International“ des Erfolgsregisseurs Tom Tykwer („Das Parfüm“) passt zur weltweit grassierenden Wirtschaftskrise wie die Faust aufs Auge. In dem Film geht es um ungesetzliche Machenschaften großer Banken. „Mit diesem Eröffnungsfilm wird die Berlinale zum Schaufenster deutscher Produktionen“, schwärmt Produzent David Groenewold („Der Wixxer“, „Die Welle“).

Von Krise will auf der Berlinale kaum jemand etwas wissen. Im Gegenteil: Sie nützt offenbar der Branche. „Die Krise treibt das Publikum in die Kinos. Selbst mit einem regionalen Film wie ,Brandner Kaspar’ haben wir 900 000 Besucher angelockt, die Kinos sind in einer super Form“, freut sich der Medienunternehmer Herbert Kloiber, der seit Jahrzehnten unter dem Dach der Tele-München-Gruppe als Produzent, Verleiher und Kinobetreiber die Branche aus dem Effeff kennt. „Wir sind als Concorde-Filmverleih mit zwei Mio. Besucher in den letzten 30 Tagen selbst mit kleinen Filmen wie ,Vicky, Cristina, Barcelona’ oder ,Die Klasse’ die Nummer eins“, sagt er.

„Wenn es gute Filme gibt, geht es auch der Kinobranche gut“, sagt Kim Ludolf Koch, Chef der Kinokette Cineplex. Die Pipeline mit Produktionen ist offenbar gut gefüllt. „Als Produzent bin ich optimistisch“, bestätigt auch Filmfinanziers Groenewold. Seine 17 Mio. Euro teure Produktion „John Rabe“ unter der Regie von Florian Gallenberger wird auf der Berlinale gezeigt. Ab April kommt der opulente Streifen dann in die Kinos. Auch Hollywood hat den Autorenstreik längst verdaut und liefert publikumswirksame Ware. So werden im Sommer die Fortsetzungen von Kassenschlagern wie „Harry Potter“ (Warner Bros.) und „Ice Age“ (20th Century Fox) weltweit in den Kinos anlaufen.

Auch auf der Berlinale herrscht an Filmen kein Mangel. Bis zum 15. Februar werden insgesamt 386 Filme gezeigt, eingereicht wurde insgesamt knapp 6 000 Steifen. Die deutsche Produktionen sind gut vertreten. Im Kampf um den goldenen und silbernen Bären der Berlinale konkurrieren 18 Filme, zwei kommen aus einheimischer Produktion: die tragischkomische Liebesgeschichte „Alle anderen“ von Maren Ade und der Balkan-Kriegsverbrechter-Streifen „Sturm“ von Hans-Christian Schmid. Der Eröffnungsfilm „The International“ mit Clive Owen, Naomi Watts und Armin Mueller-Stahl läuft außerhalb des Wettbewerbs.

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