Bern entscheidet Dienstag
Zwei Schweizer wollen Swiss kaufen

Eine Airline zu besitzen gehört bekanntlich zum Nationalstolz. In der Schweiz regt sich nun Widerstand gegen die geplante Übernahme der Swiss International Airlines durch die Lufthansa. Zwei schweizer Manager wollen die Fluggesellschaft kaufen und als eigenständiges Schweizer Unternehmen weiterführen.

HB ZÜRICH. Auch eine Schutzvereinigung Schweizer Anleger (SVSA) will Alternativen zum „Swiss-Ausverkauf“ prüfen. Die Regierung in Bern als Großaktionär mit rund 20 % an Swiss will am Dienstag ihre Entscheidung bekannt geben.

In einem Offenen Brief haben zwei Unternehmer am Freitag im „Tages-Anzeiger“ (Zürich) um Investoren geworben. In dem Aufruf „an alle Mitaktionäre der Swiss und an unternehmerisch denkende Investorinnen und Investoren“ wird kritisiert, dass die mit zwei Mrd. Franken (1,3 Mrd Euro) an Steuergeldern vor drei Jahren aufgebaute Swiss nun für 65 Mill. an die Lufthansa „verschenkt“ werden solle. Gesucht würden Investoren, die 10 000 Franken oder mehr in eine noch zu gründende SR Invest Holding einbringen können.

Die Auftraggeber sind Jürg Brand, unter anderem als Anwalt des in Genf lebenden Halbbruders des Terroristenführers Osama Bin Laden, Yeslam, bekannt, sowie Marius Grossenbacher. Er ist Teilhaber der Beteiligungsgesellschaft Genturica im Steuerparadies Zug. Nach ihren Vorstellungen soll die Swiss vor der Lufthansa „gerettet“ werden. Brand will die Swiss als Qualitäts-Airline unabhängig weiterführen „mit dem heutigen qualifizierten Management und dem heutigen Personal“.

SVSSA-Präsident Hans-Jacob Heitz hofft eine Gruppe von Aktionären zu finden, die zusammen eine Mehrheit der Swiss-Aktien halten. Dazu würde er allerdings Großaktionäre, wie etwa Banken, benötigen. Frei gehandelt werden nur 14 % der Aktien.

Am Freitag hatte Finanzminister Hans-Rudolf Merz die Spitzen der Regierungsparteien zu einer Aussprache getroffen. Über Inhalte wurde Stillschweigen vereinbart, wie Ministerium mitteilte. Auch im Parlament regt sich Widerstand gegen eine zu billige Abgabe der Swiss. Von einigen Seiten wird auch eine Sperrminorität verlangt.

Die Regierung will am kommenden Dienstag über das Lufthansa-Angebot entscheiden. Kriterien dafür seien insbesondere die Anbindung der Schweiz an den internationalen Lufverkehr, die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens Zürich sowie die Auswirkungen auf die Arbeitsplätze der Swiss. Ihren Beschluss will die Regierung ebenfalls am Dienstag den dann stattfindenden Verwaltungsratssitzungen beider Unternehmen bekannt geben.

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