Bernd Köller ist frei
Securlog will Heros-Prokuristen loswerden

Securlog, die Nachfolgegesellschaft der bankrotten Heros-Gruppe, hat ein peinliches Problem: Bernd Köller ist frei, einer von vier Hauptverdächtigen im Betrugsfall beim Geldtransportunternehmen. Das alleine wäre nicht so schlimm – doch Köller ist in Hamburg immer noch als Heros-Prokurist eingetragen. Securlog versucht nun alles, um sich Köller zu entledigen.

FRANKFURT. Köller wurde am 11. August gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen, wie die Staatsanwaltschaft Hannover am Dienstag gegenüber dem Handelsblatt bestätigte. Deshalb sah sich Securlog genötigt, ein Hausverbot gegen ihn auszusprechen und alle Filialen darüber zu informieren, dass sie ihn nicht in die Geschäftsräume lassen sollten.

Unternehmensnahen Kreisen zufolge wurde das Hausverbot in Reaktion darauf ausgesprochen, dass Köller versucht habe, in der Hamburger Niederlassung die Arbeit aufzunehmen. Ein Unternehmenssprecher wollte diese Darstellung jedoch nicht bestätigen und bezeichnete das Rundschreiben an die Filialen als präventive Maßnahme. „Bernd Köller ist kein Mitarbeiter von Securlog“ erklärte das Unternehmen gegenüber dem Handelsblatt. Der Heros-Insolvenzverwalter Manuel Sack berichtete, Köller sei unter seiner Regie gekündigt worden.

Securlog ist das größte Geld- und Werttransportunternehmen in Deutschland. Im Februar meldete die Vorgängergruppe Heros nach Aufdeckung eines spektakulären Betrugsfalls Insolvenz an. Inhaber und leitende Manager veruntreuten Kundengelder im Volumen von rund 500 Mill. Euro, um Defizite des laufenden Geschäftsbetriebs zu decken und, wie die Staatsanwaltschaft meint, um sich selbst zu bereichern. Die Fehlbeträge deckten sie durch neue Kundengelder, weshalb das betrügerische Geschäftsmodell auf ständige Expansion angewiesen war.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hannover stellte Köller einen Antrag auf Haftentlassung, dem gegen Kaution und Meldeauflagen entsprochen wurde. Dabei habe eine wichtige Rolle gespielt, dass es bei ihm keine stichhaltigen Hinweise gebe, dass er sich selbst bereichert habe. Auf Grund seiner sozialen Bindungen sei von einer nicht allzu großen Fluchtgefahr auszugehen. Außerdem habe er ein Geständnis abgelegt.

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