Berthold Huber

Der neue Super-Mann der Bahn

Berthold Huber wird bei der Bahn zum „Super-Manager“: Der bisherige Chef des Fernverkehrs verantwortet künftig auch die Gütersparte. Der 51-Jährige soll vor allem den Kampf gegen die Fernbus-Konkurrenz verschärfen.
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Der bisherige Fernverkehrschef der Bahn verantwortet künftig auch den Güterbereich. Quelle: dpa
Berthold Huber

Der bisherige Fernverkehrschef der Bahn verantwortet künftig auch den Güterbereich.

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BerlinAls Rüdiger Grube vor sechs Jahren als Chef des weltweit aktiven Staatskonzerns antrat, versprach er, zunächst die Bahn in Deutschland auf Vordermann zu bringen. Dies sei das „Brot- und Butter-Geschäft“ und habe Priorität, sagte er. Waren für das Kerngeschäft bislang immer zwei Vorstände zuständig, so ändert sich das nun ab August: Berthold Huber, bislang allein Chef des Fernverkehrs, rückt als neuer „Super-Manager“ in den Konzernvorstand auf.

Er ist dann nicht nur für den Regional- und Fernverkehr in Deutschland, sondern auch für die seit Jahren kriselnde Güterbahn zuständig. Fast die Hälfte von Umsatz und Gewinn der Bahn verantwortet er dann allein.

Bleibt man im „Brot- und Butter“-Bild von Grube, dann ist das Brot in den vergangenen Jahren reichlich trocken geworden: Nicht nur Streiks haben zu Kundenschwund auf den Gleisen in Deutschland geführt. Schon seit Jahren verfehlen Güter- und Personenverkehr die selbstgesteckten Ziele. Und die Fernbusse nehmen der Bahn dazu noch die Butter vom Brot.

Dass ausgerechnet Fernverkehrs-Chef Huber diese Schlüsselrolle des Hoffnungsträgers zugewiesen wird, mag auf den ersten Blick überraschen. Doch anders als sein bisheriger Vorgesetzter Ulrich Homburg, der weichen muss, gilt Huber im Konzern als jemand, der die Fernbus-Konkurrenz von Anfang an ernster genommen hat. Homburg hatte zunächst den neuen Bus-Betreibern das Feld überlassen wollen, auf deren allenfalls dünne Gewinne verwiesen und erst nach gut einem Jahr einen Schwenk vollzogen.

So will die Bahn digitaler werden
Wlan
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Wie angekündigt sind inzwischen 5200 Kilometer ICE-Netz ausgerüstet, die 255 ICEs der Bahn sollen es bis Ende 2015 sein. Die Nutzung in der ersten Klasse ist kostenfrei, in der zweite Klasse ist das erst später geplant.

Navigator
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Seit dem Verkaufsstart der Apple Watch vor wenigen Wochen ist dafür auch der DB Navigator verfügbar. Der Navigator bietet Reisauskunft, Fahrkartenbuchung und Echtzeitinformationen über den Reiseverlauf. Noch im Juni ist ein Relaunch geplant mit neuer Optik und Funktionen. Die Reiseauskunft wird auf einer Karte visualisiert und ergänzt durch Standorte von Mietfahrrädern, Carsharing-Angeboten. Die Bahn arbeitet mit ihren „Flinkster“ Fahrzeugen (stationäre Mietwagen) und Car2go von Daimler (flexibles Carsharing) seit wenigen Tagen zusammen.

Digitales ICE-Portal
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Speziell für ICE-Reisende gibt es ab Herbst ein neues Portal mit Reiseinformationen (Pünktlichkeit, Anschlüsse, Position auf der Karte, andere Reiseinfos) sowie Nachrichten. Das Portal ist kostenfrei.

Video-Reisezentren
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Kleine Bahnhöfe, an denen sich bislang nur noch Fahrkartenautomaten befanden, werden mit Video-Reisezentren ausgestattet. Kunden können sich via Video mit einer Zentrale verbinden und dort wie in einem Reisezentrum beraten lasen und auch Fahrkarten kaufen. Nach Pilotprojekten sollen nun Bahnhöfe unter anderem in Bayern und Baden-Württemberg ausgerüstet werden.

Reise-App
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Die Bahn arbeitet an einer Reise-App, die den Kunden am Bahnhof direkt zum richtigen Wagen mit dem reservierten Platz steuert.

Digitale Verkehrsdrehscheibe
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Am Berliner Bahnhof Südkreuz wird gerade die digitale Verkehrsdrehscheibe erprobt. Elektronische Wagenstandsanzeiger verhindern das typische Problem, dass Züge in anderer Wagenreihung einlaufen als angegeben und Hektik beim Einsteigen ausbricht. An jeden Bahnsteigzugang gibt es detaillierte Zuginformationen mit Zwischenhalten. Umsteigewegweiser zeigen den Weg zu Taxen, Carsharing-Fahrzeugen oder Mietfahrrädern an.

Huber hielt sich dagegen mit öffentlichen Äußerungen zurück. So hatte er vor einem halben Jahr einen Vortrag zum Thema „Die Deutsche Bahn und der Fernbus“ halten solle. Er sagte ihn kurzfristig ab. Vor kurzem sprach er intern vor Führungskräften zum neuen Fernverkehrskonzept der Bahn, wobei Huber Teilnehmern als „selbstkritisch“ und „reflektiert“ auffiel. Das Konzept selbst hatte ebenfalls Homburg der Öffentlichkeit allein vorgestellt.

Einmalig in der Bahn-Geschichte
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