Kartellamt nimmt Adidas unter die Lupe

Beschwerden zum Online-Handel
Kartellamt nimmt Adidas unter die Lupe

Behindert der Sportartikelhersteller mit seinen Vertriebsregeln den Online-Handel? Dem gehen nun die Wettbewerbshüter nach. Auch bei anderen Markenherstellern wurden entsprechende Verfahren eingeleitet.
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Düsseldorf/MünchenDas Bundeskartellamt nimmt Verkaufsbeschränkungen des Sportartikelherstellers Adidas im boomenden Online-Handel genau unter die Lupe. Die Wettbewerbshüter starteten einem Behördensprecher zufolge am Dienstag eine Befragung von rund 3.000 Einzelhändlern, die Adidas-Produkte in ihren Läden und im Internet anbieten. Das Kartellamt geht dem Verdacht nach, Vertriebsbestimmungen des Sportartikelriesen könnten den Online-Handel beschränken.

So verbietet der Konzern gewerblichen Anbietern, Adidas-Artikel auf Online-Märkten wie Ebay oder Amazon zu verkaufen. "Wir überwachen die Einhaltung unserer Bedingungen sehr genau und behalten uns bei deren Nichteinhaltung durch unsere Handelspartner ernsthafte Konsequenzen vor", erklärte Adidas. Zur Begründung führt das Unternehmen an, seine Produkte sollten stets in optimaler Weise präsentiert werden.

Ein Firmensprecher sagte, der Konzern habe "keinen Zweifel an der Rechtmäßigkeit und Durchsetzbarkeit" seiner Vorgaben. Das Unternehmen habe dazu bereits Fragen des Kartellamts beantwortet.

Auch gegen den Adidas-Konkurrenten Asics hatten die Wettbewerbshüter bereits ein entsprechendes Verfahren eingeleitet. Dem Kartellamtssprecher zufolge dauern auch diese Ermittlungen noch an. Beschwerden gebe es auch gegen andere Markenhersteller.

Kommentare zu "Kartellamt nimmt Adidas unter die Lupe"

Alle Kommentare
  • Nach der gestrigen Entscheidung im Aufsichtsrat des FC Bayern zur Causa Hoeneß durch das AR-Mitglied aus dem Hause ADIDAS sind die Artikel dieses Sportartikelherstellers nicht mehr tragbar.

    Da erscheint auch die vor kurzem publizierte Meldung, dass Adidas Beschäftigten von Zulieferern weltweit die Möglichkeit Misstände per SMS Adidas mitteilen zu können, in einem neuen Licht.

    Compliance und Corporate Governance scheint es bei Adidas nur auf dem Papier zu geben. Einfacher kann ein renommiertes Unternehmen sein Image nicht zerstören.

    Der bayerische AMIGO-Filz hat die DAX-Konzerne gestern über den Fußball erreicht!

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