Besserer Service
Post dünnt ihr Filial-Netz aus

Die Deutsche Post will 200 ihrer Postfilialen in Deutschland aufgeben und durch so genannte Partner-Agenturen ersetzen. Die Post beteuert, dass sich für die Kunden nichts ändert. Es soll sogar besser werden als vorher.

HB BONN. Dies bestätigte Post-Sprecher Dirk Klasen am Donnerstag in Bonn. Für die Kunden ändere sich im Angebot dadurch nichts, sie würden vielfach sogar von längeren Öffnungszeiten profitieren. Auch werde die Umwandlung nicht zu Entlassungen von Filial-Mitarbeitern führen. Die betroffenen Beschäftigten würden im Post-Konzern andere Stellen erhalten. In diesem Jahr hat die Post bereits rund 200 Filialen durch Agenturen meist in Einzelhandelsgeschäften ersetzt.

In den vergangenen Jahren schloss die Post - im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben - aus Kostengründen bereits Tausende von Eigenfilialen. Zur Zeit gibt es noch rund 5500 Filialen und 7000 private Agenturen. Gesetzlich vorgeschrieben sind insgesamt 12 000 Filialen und Agenturen, davon müssen 5000 Eigenfilialen sein. Unter den Filialen sind rund 3700 kleinere Post-Service-Shops mit Basisdienstleistungen, in denen Mitarbeiter ohne Vollzeitverträge arbeiten. Zu der Filialstruktur zählen auch die 850 großen Filialen, die von der Postbank übernommen wurden.

Auf absehbare Zeit sei keine drastische Reduzierung im Filialnetz geplant, sagte Klasen. Es werde weiter eine flächendeckende Versorgung geben. Die Post müsse aber auch mit Blick auf das Ende 2007 auslaufende Briefmonopol und die drohende Konkurrenz möglichst kostengünstig arbeiten.

Die Bundesnetzagentur geht wegen niedriger Paket-Preise nicht gegen die Post vor. Es gebe keine Anhaltspunkte für ein „wettbewerbswidriges Verhalten“ der Post, sagte eine Sprecherin der Netzagentur. Der Konkurrent Hermes hatte sich bei der Behörde über die Preise beschwert, die angeblich unter den Kosten lägen und mit einer Quersubventionierung darauf zielten, das Unternehmen missbräuchlich vom Markt zu drängen. Für eine solche Beschwerde sehe die Netzagentur keinen Grund, sagte die Sprecherin. Die Vorermittlungen gegen die Post seien daher eingestellt worden.

Im Mai und Juli verbilligte die Post-Tochter DHL die Preise für Päckchen und Inlandspakete drastisch. Der Paketmarkt in Deutschland ist - anders als der Briefmarkt - für Wettbewerber offen. Die Post dominiert neben dem Briefmarkt nach wie vor auch das Paketgeschäft. Die Post hat vor allem an den zum Otto-Konzern gehörenden Pakete- Versender Hermes viele Kunden verloren, der niedrigere Preise anbot. Die Paket-Preise der Post liegen nach Darstellung der Netzagentur noch immer „über den Preisen vieler Wettbewerber“. Hermes habe auch seine eigenen Marktanteile noch ausbauen können.

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