Besserer Umgang mit Ressourcen
BDI-Präsident Rogowski drängt auf Privatisierung der Messen

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) plädiert für eine Privatisierung der Messen. Außerdem warnt die Organisation vor einer Zersplitterung der Messelandschaft in Deutschland.

lü DÜSSELDORF. „Wenn sich die Messen gegenseitig die Messeteilnehmer abjagen, dann ist der deutschen Messelandschaft nicht gedient“, sagte BDI-Präsident Michael Rogowski gestern auf der Hannover-Messe. Der Wettbewerb dürfe nicht ruinös werden. Messegesellschaften mit privaten Eigentümern würden besser wirtschaften als mit öffentlichen Eigentümern.

Die Forderung Rogowskis traf in der Branche teils auf Zustimmung, teils auf Skepsis. So hält Michael von Zitzewitz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt die Privatisierungsforderung „für richtig und berechtigt“. Eine Privatisierung der Messen würde einerseits die öffentliche Hand und damit die Steuerzahler entlasten, andererseits für mehr Effizienz im Messegeschäft sorgen.

Die Kölner Messe äußerte sich skeptisch. Privatisierung sei kein Allheilmittel, das das Grundproblem des deutschen Messewesens, nämlich die subventionierten Überkapazitäten, beseitige, so Messechef Jochen Witt.

Jörg Beier, Leiter des Studienschwerpunktes Messewirtschaft an der Berufsakademie Ravensburg, betrachtet die Privatisierung als einen „empfehlenswerten Weg“. Allerdings müsse man sich Gedanken machen, welcher Weg eingeschlagen werde. Messen würden grundsätzlich nicht kostendeckend oder gewinnbringend arbeiten – vor allem wenn man die Investitionen in Rechnung stelle. Daher, so folgert der Messeexperte, lasse sich eine Privatisierung nur darstellen, „wenn eine Trennung in Besitz- und Betriebsgesellschaft vorgenommen wird.“

Nach Auffassung der Messeverbandes Auma sollte sich die Frage der Privatisierung an den Bedürfnissen der einzelnen Standorte orientieren. Ob die Privatisierung Sinn macht, sei eine Entscheidung der jeweiligen Eigentümer und ihrer strategischen Ausrichtung, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Horst Diez, dem Handelsblatt. „Bislang kann der Messeplatz Deutschland so schlecht nicht aufgestellt sein – warum sind wir sonst Weltmarktführer bei internationalen Messen?“

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