Bestätigung der Banken
Riu-Gruppe verkauft Tui-Aktien

Die spanische Hotel-Gruppe Riu hat definitiv einen Teil ihrer Tui-Aktien zum Gesamtpreis von gut 115 Mill. Euro verkauft. Das erfuhr das Handelsblatt aus Bankenkreisen. Die Veräußerung von 5,685 Mill. Aktien wurde von der Deutschen Bank zum Stückpreis von 20,25 Euro bei institutionellen Investoren platziert.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. Damit hat sich die Riu-Familie bereits nach wenigen Monaten von 3,2 Prozent ihrer Tui-Anteile getrennt und dabei einen Gewinn von rund 18,5 Mill. Euro erzielt. Die Käufer seien Investmentfonds gewesen, hieß es in Bankenkreisen. Trotz des Verkaufs hält Riu weiterhin über sechs Prozent an Tui. Die Transaktion war deshalb nicht meldepflichtig. Handelsblatt-Informationen zufolge wird an einen weiteren Verkauf von Tui-Aktien bei Riu nicht gedacht. Der Tui-Aufsichtsratsposten von Carmen Riu, die das spanische Hotelimperium gemeinsam mit ihrem Bruder Luis leitet, solle nicht gefährdet werden, hieß es. Weder Tui noch Riu wollten die Angelegenheit kommentieren.

Die Tui-Aktien hatten den Xetra-Handel mit einem Plus von 3,3 Prozent bei 21,58 Euro beendet und waren damit größer Dax-Gewinner. Im Parketthandel lagen die Papiere am Abend bereits etwas tiefer bei 20,86 Euro. Weder Tui noch Riu wollten eine Stellungnahme abgeben.

Der Kurs der Tui-Aktie war bereits in den vergangenen Wochen gestiegen. Der Konzernvorstand sorgte am Mittwoch mit der Vorlage guter Bilanzzahlen für 2004 und einem optimistischen Ausblick für das laufende Jahr für zusätzlichen Auftrieb.

Die seit vielen Jahren geschäftlich eng mit Tui verbundene Hoteliersfamilie Riu und zwei weitere spanische Unternehmen waren im vorigen Dezember als neue Hauptaktionäre bei Tui eingestiegen. Riu übernahm knapp zehn Prozent der Tui-Anteile, was gut 17 Millionen Aktien entsprach. Der Kaufpreis betrug nach Informationen aus Finanzkreisen damals rund 17 Euro je Aktie, das sind etwa vier Euro unter dem aktuellen Kurs.

Tui und Riu sprachen seinerzeit von einem längerfristig geplanten Engagement der Hotelgruppe bei Europas führendem Touristikkonzern. Die spanische Sparkassengruppe CAM hatte 4,9 Prozent, die Hotelgruppe Empreses Matutes 2,4 Prozent übernommen. Die übrigen 14 Prozent des früheren Tui-Paketes der WestLB waren seinerzeit breit gestreut bei Finanzinvestoren platziert worden.

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