Beste Anwälte
Lovells überholt Wirtschaftskanzleien

Bei den "Juve-Awards" kürt das gleichnamige BRanchenblatt jährlich die besten Anwaltskanzleien Deutschlands. Dieses Mal gab es eine Überraschung - und einen sehr optimistischen Ausblick.

HB FRANKFURT. Mehr als 1 000 Top-Anwälte und-Anwältinnen waren in die Frankfurter Alte Oper geeilt, um zu feiern. Sich selbst und natürlich auch andere, in jedem Falle all diejenigen, die vom Branchenblatt "Juve" zu den Top-Kanzleien des Landes gekürt wurden und die begehrten Trophäen entgegennehmen durften. In Smoking und Abendkleid, geführt von den Moderatoren Amelie Fried und Thomas Heinze, war es das fünfte Stelldichein zur Verleihung der sogenannten "Juve-Awards", der deutschen "Anwälte-Oskars". In dieser Art einzigartig in Deutschland prämiert das Branchenblatt die Wirtschaftskanzleien, die im zurückliegenden Jahr (Zeitraum Juli 2007 bis Juni 2008) in besonderer Weise auf sich aufmerksam gemacht haben.

Und die Stimmung war gut, geradezu ungetrübt von Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Juristenzunft ist bester Dinge, denn ihr dürfte die Arbeit nicht ausgehen. Restrukturierungen und Insolvenzrecht sowie die Prozessabteilungen - typisch für schlechte Zeiten - werden einen Boom erleben, sagt denn auch Dieter Schenk, Partner bei Noerr Stiefenhofer Lutz, voraus: "Wenn das Geld knapp wird, sind Unternehmen eher bereit, sich bis aufs Messer zu streiten." Und seine Kanzlei war es, die von der britischen "Financial Times" den Preis der erfolgreichsten deutschen Sozietät im internationalen Wettbewerb um markt- und mandantenorientierte Ideen erhalten hat.

Auch Arbeitsrechtler bekommen nun mehr zu tun, erwartet Michael Kliemt, dessen Kanzlei 2007 "Arbeitsrecht-Kanzlei des Jahres" wurde: "Es wird mehr entlassen, Sozialpläne werden erstellt, und viele antizipieren schon jetzt in vorauseilendem Gehorsam die Rezession. Es ist ein großes Geschäftsfeld."

So machten die Anwesenden sich offenbar keine allzu großen Sorgen und nahmen humorvoll auch pointierte Seitenhiebe hin. "Erstmal vielen Dank, dass Sie Ihrer Kanzlei ein Gesicht verleihen", witzelte Schauspieler Thomas Heinze bei der Übergabe des Awards für Öffentliches Recht an Freshfields. Denn Freshfields - immerhin die umsatzstärkste Kanzlei in Deutschland - blieb als einzige Fotos ihrer nominierten Teams schuldig. Andere nutzten die Marketing-Chance - etwa die Arbeitsrechtler von McDermott Will & Emery, die sich in Blaumännern vor einer Industrieanlage postiert hatten. Oder das Private-Equity-&-Venture-Capital-Team von Willkie Farr & Gallagher, das sich als "Blues Brothers" mit schwarzen Sonnebrillen und Hüten vorstellte.

Doch die Jury von "Juve" lüftete jedweden Schleier und kürte die Sozietät Lovells zur Kanzlei des Jahres. "Lovells ist mit seinem Corporate-Team und immer mehr Deals für Dax-Unternehmen auf der Überholspur - und das in einem so hart umkämpften Markt", begründete "Juve"-Chefredakteur Aled Griffith diese Entscheidung. Das Team habe sich einen hervorragenden Ruf bei Industriekunden wie Cognis und Interseroh erarbeitet. 1 800 Anwälte in 26 Büros stehen in Lovells? Diensten. Und, was besonders beachtlich ist, die deutschen Lovells-Anwälte seien unter dem "starken Management von Harald Seisler" profitabler als die britischen - trotz höherer Honorare in London. Im betrachteten Zeitraum 2007/08 betrug der deutsche Lovells-Umsatz 163 Mio. Euro, die Kanzlei steht damit auf Platz sechs (siehe Tabelle).

"Mittelständische Kanzlei des Jahres" wurde die Düsseldorfer Kanzlei Orth Kluth. Und den Award für Bank- und Finanzrecht erhielt Hengeler Mueller. "Sich zu verbessern ist fast unmöglich, aber sie haben es geschafft", lobte Juve-Chef Griffith.

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