Besucher- und Umsatzrückgang
Kinos stecken in der Krise

Trotz des Kassenschlagers „Good Bye, Lenin!“ leiden die deutschen Kino-Betreiber. Die Besucher- und Umsatzzahlen werden 2003 nach Einschätzung der Filmförderungsanstalt (FFA) unter denen des Vorjahres liegen.

HB BERLIN. „Das Ergebnis von 2002 ist in keinem Fall mehr zu erreichen“, sagte FFA-Vorstand Rolf Bähr am Donnerstag in Berlin. Im August hatte er noch gesagt, das Vorjahresendergebnis könne vielleicht sogar übertroffen werden. 2002 waren in Deutschland knapp 164 Mill. Zuschauer ins Kino gegangen, was einen Umsatz von gut 960 Mill. € erbrachte.

Angesichts der am Donnerstag von der FFA vorgestellten Neun-Monats-Zahlen dürften solche Ergebnisse selbst bei einem starken Schlussquartal 2003 kaum mehr erreicht werden. Bis zum 30. September lagen demnach die Besucher- und Umsatzzahlen unter anderem wegen der schlechten Wirtschaftslage, der Zunahme von digitalen Filmkopien und des heißen Sommers deutlich unter denen des gleichen Vorjahreszeitraums. 102 Mill. Zuschauer gingen bis Ende September bundesweit in die Lichtspielhäuser und damit gut 14 Mill. weniger als ein Jahr zuvor. Der Neun-Monats-Umsatz aller deutschen Kinos ging um 13,3 % oder um rund 90 Mill. € auf 584,1 Mill. € zurück.

Positiv verlief das Jahr bisher hingegen für den deutschen Film. Mit 14,4 Mill. Zuschauern erreichte er der FFA zufolge einen Marktanteil von 14,5 % nach 11,8 % im Vorjahr. Der Erfolg gehe maßgeblich auf den Kassenschlager „Good Bye, Lenin!“ mit allein 6,3 Mill. Besuchern zurück.

Auf 2004 könne der Kinomarkt insgesamt optimistischer blicken, sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Filmverleiher, Johannes Klingsporn. Zum einen seien aus den USA publikumsattraktivere Filme zu erwarten. Sollte sich zudem die allgemeine wirtschaftliche Lage verbessern, so werde sich auch das positiv auf die Besucherzahlen auswirken. „Und wir sind durchaus optimistisch, dass wir das Problem Raubkopien besser in den Griff bekommen.“

Einer am Donnerstag vorgestellten FFA-Studie zufolge wurden von Januar bis August 2003 in Deutschland mehr als 30 Mill. Spielfilme auf insgesamt 53 Mill. CD-Rohlinge und 9,6 Mill. DVD-Rohlinge gebrannt. 2002 waren es insgesamt gerade einmal 59 Mill. solcher Datenträger, die mit 27 Mill. Filmen bespielt wurden. Mittlerweile sei es auch üblich, sich Filme aus dem Internet herunterzuladen, bevor diese im Handel oder in Videotheken erhältlich seien.

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