Beteiligungsfirma legt Geschäftszahlen vor
Arques sieht Actebis-Börsengang in Gefahr

Die Beteiligungsfirma Arques Industries sieht die Chancen auf einen Börsengang des IT-Händlers Actebis im laufenden Jahr schwinden. Dennoch bleibt Arques bei seiner Prognose. An der Börse konnte das jedoch nicht überzeugen.

HB MÜNCHEN. "Sollten die Märkte weiterhin so volatil bleiben, wird es auch für uns nicht möglich sein, einen Börsengang zu realisieren", sagte Vorstandschef Michael Schumann am Montag. Unabhängig davon halte Arques an der Prognose fest, im laufenden Jahr ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 275 Mill. Euro zu erwirtschaften. Die Arques -Aktie verlor sechs Prozent auf 12,66 Euro.

Im abgelaufenen Jahr hatte das Unternehmen das Ebitda um 61 Prozent auf 203 Mill. Euro gesteigert. Allerdings lastet die gewachsene Zinslast aus Darlehen für Unternehmenskäufe schwer auf der Starnberger Firma. Der Überschuss stagnierte nahezu bei 114,6 Mill. Euro. Arques verwies darauf, dass die Schulden deutlich gestiegen seien. 2007 sei mit 145,6 Mill. Euro fast 15 Mal so viel Geld für Firmenkäufe ausgegeben worden wie 2006. Ein Großteil davon entfiel auf den Computerhändler Actebis.

Schumann betonte, auch ohne einen Börsengang des mit Abstand größten Beteiligungsunternehmens würde der Überschuss 2008 nicht zurückgehen. Arques würde im ersten Schritt ohnehin nur ein Drittel des vom Versandhaus Otto übernommenen IT-Händlers an die Börse bringen. Schumanns Vorgänger Martin Vorderwülbecke hatte den Schritt auf das Parkett ursprünglich für Sommer angesetzt.

Das Management räumte ein, dass die Geschäfte in der zweiten Jahreshälfte wegen der Finanzkrise schwieriger geworden seien. "Das Arques -Geschäftsmodell funktioniert auch in schwierigen Zeiten", beruhigte Vorstandschef Schumann die Anleger. Der Verkauf des Bauzulieferers Missel und des Chemieunternehmens Oxiris im ersten Quartal für 23,5 Mill. Euro bewiesen das. Allerdings musste Arques einige Firmen im Portfolio zum Teil drastisch abwerten. Schumann lastete die Abschreibungen dem früheren Vorstand an, der für einzelne Töchter zu optimistisch gewesen sei.

"Für 2008 ist Arques trotz des auf Grund der aktuellen Lage an den Kapital- und Finanzmärkten deutlich schwierigeren Umfeldes zuversichtlich, erneut ein gutes Ergebnis ausweisen zu können", sagte Schumann. Er peile bis zu 15 Firmenkäufe an, wobei sich Arques in der Regel nur noch Unternehmen mit einem Umsatz über 30 Mill. Euro ansehe.

Die Starnberger verhandeln zugleich über weitere Verkäufe. Für einzelne Firmen gebe es Anfragen. Die Nachrichtenagentur ddp, die schwarze Zahlen schreibe, werde aber wohl bei Arques bleiben. "Die ddp bereitet uns viel Freude."

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