Beteiligungsgesellschaft
Aurelius-Übernahmepläne für Arques geraten in Gefahr

Die Starnberger Beteiligungsgesellschaft Arques kann die unerwünschte Übernahme durch den Münchner Rivalen Aurelius womöglich noch abwenden.

HB MÜNCHEN. Überraschend stieg der französische Investor Mantra, der in Deutschland bislang weitgehend unbekannt ist, mit drei Prozent bei Arques ein und will das Paket rasch aufstocken. Anders als Aurelius will Mantra-Chef Antoine Dréan das Arques - Management nicht austauschen und setzt auf gute Zusammenarbeit.

"Wir wollen mindestens in den zweistelligen Bereich, aus heutiger Sicht aber die Schwelle von 30 Prozent nicht überschreiten", sagte Dréan. Ab 30 Prozent muss ein öffentliches Übernahmeangebot vorgelegt werden. Dréan betonte, er unterstütze den Vorstand, der zuletzt mehrfach umgebaut worden ist. "Arques braucht Kontinuität." Die Aurelius-Pläne seien nicht die beste Idee, um Wert zu schaffen.

Arques-Aktien profitierten am Donnerstag vom Einstieg der Pariser, die auf börsennotierte Beteiligungsfirmen spezialisiert sind. Die Papiere legten um bis zu elf Prozent auf 7,18 Euro zu und waren einer der größten Gewinner im Kleinwerte-Index SDax. Vor einem Jahr kosteten Arques-Aktien noch mehr als 35 Euro.

Aurelius-Chef Dirk Markus sagte, er sehe den Einstieg von Mantra gelassen und sei in konstruktiven Gesprächen mit Arques. Seine Pläne sieht er nicht gefährdet. Aurelius hält mittlerweile 5,3 Prozent der Arques-Aktien und will mit Hilfe internationaler Investoren ein "signifikantes Niveau" erreichen. Arques hatte zurückhaltend auf die Offensive reagiert, Aurelius war sich aber der Unterstützung anderer Arques-Miteigentümer sicher.

Markus hatte Arques einst mitgegründet, ehe er dort im Streit ging. Danach baute er Aurelius auf und will nun einen schlagkräftigen Konzern schaffen, der auf Firmen in Umbruchsituationen spezialisiert ist. Zuletzt hatte Aurelius mit der Übernahme des Apfelkorn-Herstellers Berentzen und des RTL Shop für Aufsehen gesorgt.

Arques war lange nur auf Sanierungsfälle spezialisiert, die für einen symbolischen Preis erworben und dann fitgemacht werden. Zuletzt wich das Management aber mehrfach davon ab und musste sich von manch glücklosem Investment ohne Gewinn trennen. Die größte Arques-Beteiligung, der IT-Großhändler Actebis, ist kein Sanierungsfall. Actebis sollte trotzdem nicht überstürzt veräußert werden, sagte Dréan. "Es ist kein Problem, Actebis noch etwas zu halten." Ein Börsengang noch in diesem Jahr war Arques nicht gelungen ist. Nun wird ein Verkauf geprüft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%