Beteiligungsgesellschaften
WCM durch Kreditkündigung in schwerer Not

Die HSH Nordbank bringt die angeschlagene Beteiligungsgesellschaft WCM noch stärker in Bedrängnis: Die Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein hat WCM vorzeitig einen Kredit über 200 Millionen Euro gekündigt, der bis Ende Juli 2007 laufen sollte. Nun steht ein Notverkauf an.

HB HAMBURG. Die Landesbank fordere, den Kredit bis kommenden Mittwoch abzulösen oder zurückzuzahlen, andernfalls werde sie die verpfändeten Vermögenswerte verwerten, teilte WCM am Mittwoch mit. Verpfändet habe WCM im Wesentlichen die Anteile an dem Maschinenbauer Klöckner-Werke und an den Maternus-Kliniken, sagte Flach

WCM-Vorstandschef Roland Flach will nun die Tochter Klöckner-Werke in einem Notverkauf rasch losschlagen. Flach äußerte sich verhalten optimistisch, den seit längerem geplanten Verkauf der fast schuldenfreien Maschinenbau-Tochter rechtzeitig einleiten und WCM damit retten zu können. Man sei in aussichtsreichen Gesprächen mit einem Interessenten, der womöglich auch die Anteile an den Maternus-Kliniken übernehmen werde. Der mögliche Käufer habe zugesichert, seine Entscheidung bis zum 25. Oktober treffen zu wollen. Parallel dazu werde aber in den kommenden Tagen auch mit anderen potenziellen Investoren gesprochen.

Flach schloss nicht aus, dass WCM bei einem Scheitern der Verhandlungen insolvent wäre. Die Konsequenzen seien derzeit nicht absehbar. Zudem würden rechtliche Schritte gegen die HSH Nordbank geprüft. Eigentlich lief der Kredit noch bis zum 31. Juli 2007.

Schon im Sommer hatte Flach erklärt, WCM könne seine Kredite nur zurückzahlen, wenn die 68-prozentige Beteiligung an Klöckner verkauft werde. Ohnedies steht die Firma, die nach dem Verkauf ohne operatives Geschäft dastünde, finanziell unter Druck. Mit den hessischen Finanzbehörden streitet sich WCM um Steuernachzahlungen von 87 Millionen Euro. Rückstellungen dafür zehrten mehr als die Hälfte des Grundkapitals auf. In Mecklenburg-Vorpommern musste die Gesellschaft 14 Millionen Euro nachzahlen.

WCM, einst knapp sieben Milliarden Euro an der Börse wert, hatte sich mit Beteiligungen an der Commerzbank und der Immobiliengesellschaft IVG verspekuliert. 2002 stürzte der Kurs massiv ab, am Mittwoch stürzte die Aktie erneut um 16 Prozent ab und ist gerade noch 16,8 Cent wert. Die Klöckner-Aktie legte dagegen um 3,5 Prozent auf 11,70 Euro zu.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%