Beteiligungsgesellschaften
WCM laufen die Kreditgeber davon

Nach der HSH Nordbank hat ein weiterer Kreditgeber der angeschlagenen Beteiligungsgesellschaft WCM ein Millionendarlehen vorzeitig gekündigt. Damit verschärft sich die Krise des Unternehmens noch einmal, das einst zu den Börsenlieblingen gehörte. Die ohnehin gebeutelte Aktie gab an der Aktie erneut kräftig nach.

HB HAMBURG. WCM teilte am Montag mit, die KPE Holding GmbH habe einen ursprünglich bis 31. Juli 2007 gewährten Kredit über 30 Millionen Euro zum 3. November dieses Jahres gekündigt. An der Börse waren die WCM-Aktien zuvor bis 12.15 Uhr ausgesetzt worden. Nachdem der Handel wiederaufgenommen worden war, brach das Papier um 14,3 Prozent auf 0,12 Euro ein.

Vor einigen Tagen hatte bereits die HSH Nordbank eine Kreditlinie über knapp 200 Millionen Euro vorzeitig gekündigt. Nachdem WCM den Kredit nicht zurückzahlen konnte, hatte die Bank die Versteigerung des WCM-Anteils am Maschinenbauer Klöckner-Werbe angekündigt. WCM hatte seine wichtigste Beteiligung an die Landesbank für Hamburg und Schleswig-Holstein verpfändet.

WCM hält 68 Prozent an den Klöckner-Werken, die wiederum an der Dortmunder KHS Maschinen- und Anlagenbau AG, einem Hersteller von Abfüll- und Verpackungsanlagen, beteiligt sind. Auch den WCM-Anteil an den Maternus-Kliniken hatte die Beteiligungsfirma als Sicherheit bei der HSH hinterlegt.

Nach Aussagen des früheren WCM-Chefs Roland Flach, der am Donnerstag sein Mandat niedergelegt hatte, blieben bis zu einer Versteigerung der verpfändeten Anteile noch vier Wochen Zeit. WCM hatte bereits zuvor versucht, seine Klöckner-Anteile selbst zu verkaufen. Flach zufolge gibt es einen Interessenten für das Paket, die Gespräche seien aber noch nicht abgeschlossen. Mit einem Verkauf hofft WCM, den Kredit zurückzahlen zu können. Zugleich verlöre die Beteiligungsgesellschaft mit Klöckner und Maternus aber ihr operatives Geschäft und wäre nur noch ein Firmenmantel.

Die WCM-Aktie entwickelte sich von Höchstkursen um 35 Euro Ende 1999 zum „Penny Stock“. Die Firma hat als „Württembergische Cattunmanufactur“ eine Jahrhunderte lange Geschichte; der Finanzjongleur Karl Ehlerding wandelte den Mantel des einstigen Textilunternehmens dann in eine aggressiv auftretende Beteiligungsgesellschaft um, die früher eng mit dem Restkonzern des Chemie-Konglomerats I.G. Farben verwoben war. Auch die Duisburger Klöckner-Werke waren einst ein großer Industriekonzern in den Bereichen Steinkohle, Stahl und Maschinenbau.

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