Beteiligungsverhältnisse beu Thomas Cook
Alles hängt jetzt an der Condor

In der Vergangenheit hatte Karstadt-Quelle mehrfach Interesse bekundet, den Touristikkonzern Thomas Cook vollständig zu überbehmen. Die Chancen dafür sind nun offenbar erheblich gestiegen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Zukunft der Ferienfluggesellschaft Condor.

cs/ek DÜSSELDORF. Die Ablösung von Thomas-Cook-Chef Thomas Holtrop steht Einschätzungen aus Branchenkreisen zufolge in unmittelbarem Zusammenhang mit der Neuordnung der Beteiligungsverhältnisse bei dem bisherigen 50:50-Joint-Venture von Karstadt-Quelle und Lufthansa. Offenbar wollten die Gesellschafter einen Neuanfang ohne Holtrop beginnen.

Aus dem Unternehmen hatte es schon am Montag Andeutungen gegeben, dass die Chancen von Karstadt, Thomas Cook bereits in dieser oder der nächsten Woche komplett zu übernehmen, erheblich gestiegen seien. Weder Karstadt noch Lufthansa wollten dies am gestrigen Dienstag kommentieren. Das Joint Venture war 1998 aus der Fusion der Lufthansa-Tochter Condor und Neckermann Touristik, der heutigen Kernmarke von Thomas Cook, entstanden.

Karstadt-Quelle-Vorstandschef Thomas Middelhoff hatte in der Vergangenheit mehrfach Interesse bekundet, Thomas Cook vollständig zu übernehmen. Ein schneller Erwerb der Lufthansa-Anteile scheiterte bislang jedoch daran, dass Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber stets signalisiert hatte, die Fluggesellschaft habe bei diesem Geschäft keine Eile.

In der Branche wurde das zunächst darauf zurückgeführt, dass sich beide Seiten über Wert und Preis der Beteiligung uneinig waren und sich tief insVerhandlungspoker verstrickt hatten. Hinzu kam die Frage nach der Zukunft der Ferienfluggesellschaft Condor. Offen war, ob die einstige Lufthansa-Tochter, deren fliegendes Personal durchweg mit gut dotierten Konzern-Arbeitsverträgen der Kranich-Airline ausgestattet ist, bei Thomas Cook bleibt oder zur Muttergesellschaft zurückkehrt.

Branchenkreise spekulieren, dass sich die Thomas-Cook-Partner auf einen Verbleib der Condor im Touristikkonzern geeinigt haben. Dort könne sie zumindest für eine Übergangszeit weiter operieren beziehungsweise über einen neuen Partner – etwa einen Finanzinvestor – auf eine andere Basis gestellt werden. In Kreisen von Karstadt-Quelle waren solche Überlegungen schon zu einem früheren Zeitpunkt angestellt worden. An einem Betrieb der Airline sei der Essener Warenhaus- und Versandkonzern jedenfalls nicht interessiert. Die lang anhaltende Unsicherheit über den neuen Zuschnitt von Thomas Cook gilt in Luftfahrt- wie in Touristikkreisen als eines der großen Hemmnisse auf dem Weg, die Luftfahrtbranche in Deutschland zu konsolidieren.

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