Betriebsgenehmigung
Blue Wings steht vor komplizierten Rettungsgesprächen

Lange galt Blue Wings als kleine, aber feine Airline. Doch Zweifel an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit haben dazu geführt, dass das Luftfahrtbundesamt (LBA) die Betriebsgenehmigung nicht verlängert hat, die Bocholter Fluggesellschaft geriet in Turbulenzen. Nun wendete sich Anteilseigner Lebedew an die Bundeskanzlerin.

DÜSSELDORF/MOSKAU. Jeden Tag, den Blue Wings nicht fliegt, entgehen ihr 300 000 Euro. Ihr Großinvestor Alexander Lebedew schäumt vor Wut. Er ist sauer auf die Behörden und hat sich bereits bei Bundeskanzlerin Angela Merkel beschwert.

Bei der Aufsichtsratsitzung heute soll eine Kapitalerhöhung beschlossen werden. „Die ganze LBA-Geschichte ist unglaublich“, ärgert sich Lebedew. Der russische Milliardär ist über eine Tochtergesellschaft seiner National Reserve Corporation, die Alpstream AG in Zürich, mit 48 Prozent an Blue Wings beteiligt. Es sei richtig, dass Blue Wings die Zahlung von einer Mio. Euro verzögert habe. „Die Gesellschaft hat mich davon unterrichtet, und wir sind sofort eingesprungen“, kontert Lebedew. Bereits am vergangenen Dienstag sei das Geld geflossen. Im Laufe der Woche habe er weitere 1,5 Mio. Euro nachgeschossen.

Fluggesellschaften in der EU müssen garantieren, dass sie aus ihrem Umsatz heraus eine Rücklage bilden können, um im Falle eines Konkurses für drei Monate die Gehälter zu zahlen. Aus Sicht des Luftfahrtbundesamtes haben die Bocholter das jedoch nicht geschafft.

„Wer kommt für den Schaden auf?“, fragt Lebedew. Vor allem das Image von Blue Wings leide. „Meine Unternehmen, die National Reserve Company und Blue Wings, sind transparente Unternehmen." Im vergangenen Jahr scheiterte Lebedew bereits mit dem Plan, Öger Tours zu kaufen. Eine Ursache dafür sieht der Russe darin, dass deutsche Banken ihm keinen Kredit gewähren wollten.

2003 gründeten der heutige Vorstandsvorsitzende Jörn Hellwig, die Bocholter MLB Beteiligungsgesellschaft und zwei weitere Investoren die Blue Wings. Die Idee war ein Passagierverkehr für Arbeitsmigranten. Mit einer geleasten A320 ging der Betrieb in Düsseldorf los. Im gleichen Jahr kooperierte Blue Wings mit Öger Tours. Ein Intermezzo mit der Mahan Air brachte die Gesellschaft zwischen 2004 und 2005 in den Iran. 2006 stieg dann Lebedew ein.

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