Betriebsrat befürchtet Schließung
Streit um Lufthansa-Callcenter in Kassel

Die Auseinandersetzung zwischen Management und Betriebsrat der Deutschen Lufthansa um das Callcenter Kassel hat sich offenbar noch verschärft. Nach Ansicht des Betriebsrates droht die Schließung des Betriebes mit 370 Beschäftigten.

HB FRANKFURT. „Das Lufthansa-Management hat am Dienstag auf der Betriebsversammlung deutlich gemacht, dass die Zielmarke von 40 % niedrigeren Kosten nicht verhandelbar ist“, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende des Bereichs Lufthansa Passage, Wolf Liebetrau, am Mittwoch. Die 40 % seien nicht nur das Maximum, sondern auch das Minimum. „Damit erübrigen sich eigentlich Verhandlungen“, sagte Liebetrau. Der Vorhalt, dass es Lufthansa mit derartigen unannehmbaren Sparvorschlägen nur um die Schließung gehe, sei unbeantwortet geblieben. „Es gibt von Lufthansa noch nicht mal einen Verhandlungstermin“, sagte Liebetrau. Lufthansa erklärte, die Kosten des Call-Center Kassels seien eindeutig zu hoch. „Es muss im Juli eine Lösung gefunden werden. Daran arbeiten wir“, sagte ein Konzern-Sprecherin.

Die von Lufthansa vorgelegten Vorschläge für eine auf drei Jahre befristete Betriebsvereinbarung sehen unter anderem die komplette Streichung von Weihnachts- und Urlaubsgeld vor und eine bis zu 14-prozentige Kürzung der monatlichen Gehälter. Unter dem Strich soll dies rund fünf Mill. € Einsparungen bringen. Lufthansa betreibt noch in Berlin-Schönefeld sowie im Ausland an sechs weiteren Standorten Call-Center zu wesentlich niedrigeren Kosten.

„Die Forderungen für Kassel liegen aber noch weit unter dem Tarifniveau der Kollegen in Berlin-Schönefeld“, sagte Liebetrau. Auf der Betriebsversammlung hätten Beschäftigte erklärt, mit den Kürzungen gerieten sie unter das Sozialhilfeniveau. Lufthansa will im Rahmen eines konzernweiten Sparprogramms über 1,2 Mrd. € allein die Personalkosten um rund 300 Mill. € kürzen.

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