Betriebsrat informiert Belegschaft in der kommenden Woche
Thomas Cook führt 40-Stunden-Woche wieder ein

Der finanziell angeschlagene deutsche Reisekonzern Thomas Cook will seine Personalkosten über einen dreijährigen Sanierungs-Tarifvertrag deutlich senken.

HB DÜSSELDORF. Die Forderungen des Managements sehen für das Stammpersonal eine befristete Rückkehr zur 40-Stunden-Woche, Gehaltskürzungen um drei Prozent sowie fünf Tage unbezahlten Urlaub pro Jahr vor. Darüber hinaus soll das 13. Monatsgehalt künftig an den Unternehmenserfolg gekoppelt und gestrichen werden, sollte Thomas Cook nicht aus den roten Zahlen kommen.Das bestätigte Personal- und Finanzvorstand Heinz-Ludger Heuberg dem Handelsblatt. "Wir müssen bei den Personalkosten mindestens 25 Prozent einsparen, um wieder wettbewerbsfähig zu werden", sagte Heuberg. Um sich dieser Zielmarke zu nähern, hat Thomas Cook bereits den Abbau von 500 Stellen in Deutschland angekündigt. Der Betriebsrat hat für den 1.Juli eine Mitarbeiterversammlung einberufen, um über die Forderungen des Thomas-Cook-Vorstands zu informieren.

Das mit einem Umsatz von zuletzt 7,2 Mrd. Euro zweitgrößte Reiseunternehmen Europas ist wegen überteuerter Zukäufe aus den Boom-Jahren des Tourismus in eine schwere Krise geraten. Die beiden Eigentümer Lufthansa und Karstadt Quelle, die je 50 % der Anteile halten, hatten im November 2003 die Notbremse gezogen und Vorstandschef Stefan Pichler abberufen. Seitdem tauchen in der Branche immer wieder Spekulationen auf, der neue Vorstand wolle die gescheiterte Europa-Expansion zurückdrehen und sich von Beteiligungen in Frankreich (Thomas Cook Voyages) und Großbritannien (Thomas Cook UK) trennen. Vorstand Heuberg räumte zwar ein, man mache sich "Gedanken, ob weiterhin alle bisherigen Beteiligungen zum Konzern gehören müssen". Aktuell würden aber keine Verkaufsgespräche mit möglichen Investoren geführt.

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