Betriebsrat will sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen
Fraport rechnet mit baldiger Einigung über Sparpläne

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport rechnet nach einem Spitzengespräch mit dem Betriebsrat mit einer baldigen Einigung über das geplante zusätzliche Sparpaket im Personalbereich. Die ursprünglich bereits für diesen Mittwoch erhoffte Zustimmung des Betriebsrates kam allerdings nicht zustande.

HB FRANKFURT. Vorstandschef Wilhelm Bender sei nach dem Treffen dennoch zuversichtlich, dass die Sparziele erreicht werden könnten, sagte ein Fraport-Sprecher. Vom Ausgang der Sparverhandlungen hängen auch die parallel laufenden Gespräche mit Lufthansa über die von der Fluggesellschaft geforderten massiven Preisnachlässe bei der Bodenabfertigung ab.

Die neuen Verträge mit Lufthansa sollen noch im Mai unter Dach und Fach sein. Fraport wollte deshalb bereits am Mittwoch den „Zukunftsplan 2010“ mit erheblichen Veränderungen bei Arbeitszeiten und Sonderzahlungen beschließen lassen.

„Nach dem heutigen Gespräch, das sehr konstruktiv verlief, gibt es Anlass zur Hoffnung, dass es noch im Mai zu einer Einigung mit dem Betriebsrat kommen kann, möglicherweise schon innerhalb weniger Tage“, sagte Fraport-Sprecher Klaus Busch. Der Betriebsrat hatte vor dem Treffen erklärt, er lasse sich nicht unter Zeitdruck setzen. Der umfangreiche Maßnahmenkatalog sei erst am Vortag übermittelt worden und müsse gründlich beraten werden.

Zusätzlich zu laufenden Programmen will Fraport die Personalkosten über mehrere Jahre verteilt nochmals um 70 bis 100 Millionen Euro senken. Das Unternehmen verlangt flexiblere und längere Dienstzeiten, weniger Urlaub und Abstriche bei Zuschlägen und Sonderzahlungen. Gegenleistung sind eine Beschäftigungsgarantie und stabile Monatsgehälter.

Lufthansa als größter Kunde will bei den neuen Verträgen für die Bodenabfertigung nach Angaben aus dem Umfeld beider Unternehmen 30 Prozent weniger zahlen als bisher, was für Fraport 50 Millionen Einbußen bedeuten würde. Im Falle eines Scheiterns der Sparverhandlungen mit dem Betriebsrat drohen Kündigungen. „Eine Beschäftigungsgarantie gibt es nur bei hoher Bereitschaft zur Flexibilität und Mehrarbeit“, sagte Bender der „Bild“-Zeitung (Mittwochausgabe).

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