Betrugsfall: Heros-Chef will auspacken

Betrugsfall
Heros-Chef will auspacken

Im Betrugsskandal beim größten deutschen Geldtransport-Unternehmen Heros hat der verhaftete Firmeninhaber angekündigt, ein umfangreiches Geständnis abzulegen. Derweil kann nur spekuliert werden, wie die 300 Mill. Euro verschwunden sind.

ke/mak/HB HANNOVER. Sein Anwalt Bertram Börner sagte am Mittwoch in Hannover: „Er wird den Sachverhalt aufklären. Er übernimmt dafür die Verantwortung“. An diesem Donnerstag und Freitag seien Vernehmungen geplant. Der Heros-Chef habe sich wenige Tage vor der Durchsuchung der Geschäftsräume entschlossen, sich selbst anzuzeigen, sagte Börner. „Der innere Druck war einfach zu groß.“ Ehe es dazu kam, hätten die Ermittler aber schon die Geschäftsräume durchsucht.

Der 57 Jahre alte Firmenchef und drei seiner Mitarbeiter sitzen in Untersuchungshaft. Sie sollen 300 Mill. Euro Kundengelder unterschlagen haben. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte das Unternehmen Insolvenz angemeldet. Damit scheint festzustehen, dass der Betrugsskandal bei Deutschlands größter Geldtransportfirma bis in die oberste Führungsspitze reicht.

Staatsanwalt Peter Aldenhoff sprach am Dienstag angesichts des Betrugsskandals von einem Schneeballsystem. „Dabei ist es immer so, dass wenige gewinnen und viele verlieren. Doch irgendwann muss der Verlust höher als die Einnahmen gewesen sein“, sagte er. Die Ermittler seien nun dabei, die beschlagnahmten Unterlagen zu sichten und Mitarbeiter zu befragen. Aus Branchenkreisen verlautete, dass Heros die anvertrauten Gelder häufig erst mit Verspätung abgeliefert habe.

Der genaue Ablauf der Betrügereien ist aber ebenso unklar wie die Höhe des Schadens. Mehrere Heros-Kunden verwiesen auf mögliche Entschädigungszahlungen durch Versicherungen. Allerdings könnte die Verstrickung des Heros-Managements in den Betrugsfall die Versicherungen von der Zahlungspflicht entbinden, hieß es in Assekuranzkreisen.

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