Bewegung
Verdi und Rewe einigen sich auf Tarifvertrag

In den Tarifkonflikt des deutschen Einzelhandels ist wieder Bewegung gekommen. Die Gewerkschaft Verdi einigte sich mit der Kölner Rewe auf einen Tarifvertrag für die 90 000 Beschäftigten des Handelskonzerns.

HB DÜSSELDORF. Er soll bis zum Abschluss eines neuen Flächentarifvertrags gelten, teilte Verdi am Donnerstag mit. Er sieht unter anderem eine Einkommenserhöhung von drei Prozent und eine Verschiebung der Samstagszuschläge vor. Der Abschluss muss noch von beiden Seiten bestätigt werden.

Verdi will den Flächentarifvertrag für die Branche erhalten. Die stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende Margret Mönig-Raane forderte die regionalen Arbeitgeberverbände daher auf, nun „mit einem anständigen Angebot“ an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Der Tarifabschluss mit Rewe zeigt, dass eine Einigung sehr wohl möglich ist.“ In Baden-Württemberg sei ein neuer Gesprächstermin für den 21. April vereinbart worden.

Der Streit dreht sich vor allem um die Zuschläge für die Arbeit am Abend und am Wochenende. Verdi ließ Ende März trotz eines neuen Arbeitgeberangebots die Tarifgespräche für die rund 400 000 Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen platzen. Eigentlich hatten beide Seiten in dem Tarifbezirk, in dem Handelsriesen wie Metro oder Arcandor ihren Sitz haben, einen Pilotabschluss angepeilt.

Bei Rewe soll es aber Änderungen bei den Zuschlägen geben, mit denen die Arbeitgeber die Finanzierung von längeren Öffnungszeiten ermöglichen wollen. Die Samstagszuschläge sollen demnach am Samstag bis 18.30 Uhr wegfallen, dafür sollen alle Samstage - auch die vier vor Weihnachten - zuschlagspflichtig werden. Die Zuschlagszahlungen für die Abendstunden ab 18.30 Uhr bleiben unverändert. Der Tarifvertrag sieht zudem einen Erhöhung der Entgelte rückwirkend zum Januar um drei Prozent vor. Für 2007 soll es 50 Euro für jeden Monat ohne neuen Tarifvertrag geben - je nach Region sind das bis zu 450 Euro. Zusätzlich soll es eine Sondervergütung von 12,5 Prozent eines Monatsgehalts geben. Der Vertrag soll bis Ende April 2009 laufen.

Die Arbeitgeber hatten für die Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen zuletzt eine Einmalzahlung von 360 Euro angeboten. Zum 1. Mai 2008 sollten die Entgelte dann um 2,5 Prozent steigen, ein Jahr später um weitere 2,5 Prozent. Vom Januar 2009 an sollte es zudem für die Zeit von 20 bis 22 Uhr Zuschläge in Höhe von 20 Prozent und 50 Prozent für die Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr geben.

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