Bierbrauer Heineken
Mieser Sommer, mieses Geschäft

Normalerweise machen Bierverkäufer im Juli und im August den größten Umsatz - doch der nasskalte Sommer machte ihnen einen Strich durch die Rechnung: Der Brauereikonzern Heineken etwa verzeichnet deutliche Einbußen.
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AmsterdamDer nasskalte Sommer hat dem niederländischen Brauereikonzern Heineken die Laune verdorben. Selbst in den für Bierverkäufer normalerweise umsatzstärksten Monaten Juli und August sei der Absatz in diesem Jahr zurückgegangen, teilte der weltweit drittgrößte Brauereikonzern in Amsterdam mit. Mit Skepsis blicke man auch auf die Entwicklung im zweiten Halbjahr.

Der Aktienkurs brach daraufhin zeitweise um mehr als 14 Prozent ein. Auch im europäischen Leitindex EuroStoxx50 machte sich das sofort bemerkbar. Heineken zog die Branchenkonkurrenz zunächst ins Minus. Allerdings halfen durstige Biertrinker in warmen Schwellenländern, Umsatzprobleme in Europa auszugleichen, so dass Heineken für 2011 insgesamt einen Überschuss etwa auf der Höhe des Vorjahres erwartet.

2010 hatten die Niederländer unter anderem mit deutschen Marken wie Kulmbacher, Paulaner oder Würzburger Hofbräu nach Abzug von Sonderausgaben weltweit rund 1,45 Milliarden Euro verdient. Der weiter zunehmende Bierkonsum in den Ländern Lateinamerikas, der Region Asien-Pazifik und vielen Ländern in Afrika südlich der Sahara ließ den Umsatz von Heineken im ersten Halbjahr 2011 ohne Zukäufe um 3,3 Prozent auf 8,36 Milliarden Euro wachsen.

Das verkaufte Biervolumen wuchs um 4,2 Prozent auf 104,1 Millionen Hektoliter. Unter dem Strich verdiente der Konzern dabei aber mit 605 Millionen Euro 14 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs. Unter anderem höhere Werbeausgaben und Rohstoffkosten schmälerten den Gewinn.

Auch in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahrs erwartet der Konzern einen steigenden Kostendruck. Heineken rechnet dabei in Teilen Europas und der USA mit einem anhaltend schwierigen Geschäft.

Zu dem 1864 gegründeten Amsterdamer Unternehmen gehören heute rund 200 Biermarken - neben Heineken beispielsweise Amstel, Foster's und Sol. In Deutschland ist Heineken zum Beispiel seit 2002 über eine 49,9-prozentige Beteiligung bei der Brau Holding International (BHI) vertreten. Gemeinsam mit dem Mehrheitseigentümer - der Schörghuber Unternehmensgruppe - kontrolliert das Unternehmen viele regional bekannten Marken - darunter auch Hacker-Pschorr, Schmucker, Thurn & Taxis.

Wie ihre Konkurrenten kaufen die Niederländer seit Jahren Brauereien auf. Seit Ende März 2010 hat der Konzern das Biergeschäft des mexikanischen Getränkekonzerns FEMSA in Brasilien und Mexiko sowie Waverley TBS in Großbritannien übernommen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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