Bierbrauer: Krombacher verdient mit „Schorlisierung“

Bierbrauer
Krombacher verdient mit „Schorlisierung“

Den Deutschen ist der Bierdurst vergangen. Das trifft auch Krombacher, Deutschlands zweitgrößte Brauerei. Neue Mischgetränke, Fassbrausen und Limonaden sollen den Ausstoß dennoch weiter wachsen lassen.
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Düsseldorf„Aktionitis“ und „Schorlisierung“ sind Wortschöpfungen, die fallen, wenn aktuell über den deutschen Biermarkt gesprochen wird. Über Aktionspreise wie 9,99 Euro pro Kasten versuchen die Händler die Kunden zum Kauf von Pils und Alt zu bringen. Denn der Markt für „herkömmliche“ Biere in Deutschland schrumpft. Auf der anderen Seite reagieren die Brauereien mit der „Schorlisierung“. Bier und Limonaden werden gemischt oder gleich neue alkoholfreie Getränke auf den Markt gebracht.

So auch bei Krombacher, bei den meistverkauften Biermarken in Deutschland nach Daten von 2011 auf Platz zwei hinter Oettinger. Die Privatbrauerei aus Nordrhein-Westfalen verkaufte 2012 weniger Pils, dafür mehr alkoholfreies Bier, Biermischgetränke und Limonaden, wie das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf bekanntgab. Krombacher konnte auf diese Weise Rekorde beim Ausstoß und Umsatz erzielen.

Im vergangenen Jahr verließen 6,52 Millionen Hektoliter Getränke die Brauereien des Unternehmens, der Ausstoß wurde damit um 1,4 Prozent gesteigert. Der Umsatz wuchs um 1,2 Prozent auf 658 Millionen Euro, den Gewinn gab Krombacher wie immer nicht bekannt. „Gerade angesichts des rückläufigen Biermarktes ist das Ergebnis umso erfreulicher“, sagte Marketing-Geschäftsführer Uwe Riehs. Nach Angaben von Krombacher ist der Markt 2012 um rund 1,5 Prozent geschrumpft.

Und Krombacher musste einen Wermutstropfen hinnehmen. Denn der Ausstoß des stark beworbene „Fernsehbiers“ Krombacher Pils ging um ein knappes Prozent auf 4,39 Millionen Hektoliter zurück. Trotzdem ist für Riehs „unsere Welt in Krombach in Ordnung“. Denn das Minus konnte mit alkoholfreiem Bier, Radler und Weizen mehr als ausgeglichen werden. Dazu hat die Brauerei Ende vergangenen Jahres das Bier „Krombacher Dunkel“ in den Handel gestellt, das zuvor in der Gastronomie getestet worden war. 20.000 Hektoliter hat Krombacher davon 2012 bereits an den Mann oder die Frau gebracht.

Weitaus wachstumsträchtiger sind aber das Erfrischungsgetränk Fassbrause, ebenfalls im abgelaufenen Jahr eingeführt, und die alkoholfreien Marken Schweppes (+2,4 Prozent beim Ausstoß), Orangina (+16,5 Prozent) und Dr. Pepper (+70,4 Prozent). Für dieses Jahr plant Krombacher deshalb die Einführung neuer Sorten. Ein Weizen-Radler wird es bald mit und ohne Alkohol geben, ein alkoholfreies Radler mit Apfel-Aroma und eine Apfel-Fassbrause. Die Bittergetränke-Marke Schweppes soll um eine süße Limonaden-Sparte erweitert werden. Der Ausblick auf weiteres Wachstum in diesen Segmenten lässt Krombacher daher ein gutes Jahr 2013 erwarten.

Beim Konkurrenten Warsteiner ist die Lage ähnlich. Die ehemals größte Biermarke Deutschlands steigerte den Absatz der Stammmarke Warsteiner Pils zwar im Inland und Ausland um 0,5 Prozent, doch wachsen konnte der Brauer vor allem mit alkoholfreiem Bier und Radler. Der Ausstoß der Warsteiner Gruppe lag mit 4,56 Millionen Hektolitern auf Vorjahresniveau, der Umsatz stieg um 1,6 Prozent auf 530 Millionen Euro. Zum Gewinn machte auch Warsteiner keine Angaben.

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