Bieter-Wettstreit um Austrian Airlines
Wien sorgt sich um Osteuropa-Drehkreuz

In Wien geht die Angst vor der Lufthansa um. Unternehmen befürchten, dass die deutsche Fluggesellschaft das Osteuropa-Drehkreuz Wien zusammenstreichen könnte, sollte der Frankfurter Konzern im Bieter-Wettstreit um Austrian Airlines (AUA) zum Schluss die Nase vorn haben. Die Entscheidung über den Verkauf fällt Ende Oktober.

WIEN. Ende Oktober fällt in der österreichischen Hauptstadt die Entscheidung, an welchen Konzern der Staat seinen AUA-Anteil von knapp 43 Prozent abgeben wird.

Dass die Lufthansa etliche Verbindungen aus dem Flugplan nehmen würde, "ist die größte Gefahr für den Standort Wien", warnt René Siegl, Chef der Austrian Business Agency (ABA), des staatlichen Wirtschaftsförderers in Österreich. Viele Unternehmen hätten sich gerade deshalb mit ihrem Osteuropa-Geschäft in der Metropole niedergelassen, weil der Wiener Flughafen exzellente Direktverbindungen in die Region anbiete. "Wir sind in extrem kurzer Zeit am Airport, das ist ganz wichtig für uns", sagt auch Günter Thumser, der von Wien aus das Zentral- und Osteuropageschäft des Düsseldorfer Mischkonzerns Henkel leitet.

In den vergangenen 15 Jahren hat sich Wien zu einer wichtigen Drehscheibe für das Osteuropa-Geschäft entwickelt. Etwa 300 internationale Konzerne haben sich dort niedergelassen, um die Länder von Tschechien bis nach Kasachstan zu betreuen. Zu den größten Konzernen, die dafür die österreichische Hauptstadt ausgesucht haben, zählen neben Henkel unter anderem der Siemens-Konzern, Beiersdorf, die Unicredit-Gruppe und der Finanzdienstleister AWD.

Als größter nationaler Flughafen sind der Wiener Airport und die halbstaatliche AUA auf das Engste miteinander verquickt. Etwa die Hälfte des Passagieraufkommens von jährlich etwa 20 Mio. Fluggästen kommt letztlich über die Fluggesellschaft. Mit weitem Abstand folgen Air Berlin und die Lufthansa mit jeweils etwa sechs Prozent. Ein Fünftel aller Passagiere will inzwischen von Wien aus nach Osteuropa fliegen, Tendenz weiter steigend. Deshalb wird der Flughafen, dessen wichtigste Anteilseigner mit jeweils 20 Prozent die Stadt Wien und das Bundesland Niederösterreich sind, auch kräftig investieren. Ein neues Terminal für ungefähr 650 Mio. Euro wird im nächsten Jahr fertig, anschließend will der Flughafen für einen ähnlichen Betrag auch eine dritte Startbahn bauen.

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