Bietersuche für Coin
Italienische Kaufhäuser stehen zum Verkauf

Die traditionsreiche italienische Kaufhauskette Coin könnte schon bald den Besitzer wechseln. Der bisherige Mehrheitseigner Financière Tintoretto hat offiziell angekündigt, einen Käufer zu suchen. Auch Karstadt-Bieter Maurizio Borletti ist an dem einstigen Familienunternehmen interessiert, das bis kommenden März veräußert sein soll.
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MAILAND. Die traditionsreiche italienische Kaufhauskette Coin könnte schon bald den Besitzer wechseln. Der bisherige Mehrheitseigner Financière Tintoretto hat offiziell angekündigt, einen Käufer zu suchen. Bis zum 31. März soll das Unternehmen, das 98 Läden in ganz Italien betreibt, verkauft sein. Zu den Interessenten gehört auch Maurizio Borletti, Aktionär von Printemps, Rinascente sowie dem Karstadt-Immobilien-Konsortium Highstreet, der auch schon für Karstadt geboten hat.

Die 1916 gegründete italienische Kaufhauskette Coin hat bewegte Zeiten hinter sich. Das venezianische Familien-Unternehmen hat sich nicht zuletzt mit ihrem deutschen Investment im Jahr 2001 in die Metro-Tochter Kaufhalle verspekuliert. Das Geschäft brach zusammen, und die Italiener verkauften ihr hoch verschuldetes Unternehmen 2005 an den Finanzinvestor PAI Partners, der Coin heute über Financière Tintoretto mit 69,3 Prozent der Aktien kontrolliert.

Nach fünf Jahren und großen Investitionen in die Renovierung der Kaufhäuser wollen sich die Franzosen nun wieder von ihrem Engagement trennen. "Die Auswahl eines Käufers wird derzeit im ersten Quartal 2011 erwartet", teilte Financière Tintoretto mit.

Auch Finanzinvestoren gelten als potenzielle Bieter für die Kette

Maurizio Borletti von der Borletti-Group hat das eigene Interesse bestätigt: "Wir schauen uns das Dossier an, aber wir haben noch keine Entscheidung getroffen. Coin ist ein Unternehmen, das in einem Feld agiert, das für uns strategisch ist", teilte Borletti mit, dessen Familie die italienischen Rinascente-Luxus - Kaufhäuser und auch die Upim-Kette gegründet hat. Als Interessenten für Coin gelten aber auch die Investmentfonds Clessidra, Apax, BC Partners, Bain, TPG, Permira, Carlyle, Cinven und Bridgepoint. Erst kürzlich hat Coin die eigenen Erwartungen für das Ende Januar auslaufende Geschäftsjahr nach oben korrigiert. Angesichts der positiv gelaufenen neun Monate des Jahres erwartet der Konzern nun ein Umsatzplus von 37 Prozent auf 1,65 Mrd. Euro, einen Ertrag vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) von 200 Mio. Euro sowie einen Nettogewinn von 65 Mio. Euro.

Auch mittelfristig setzt sich der Konzern ehrgeizigere Ziele: Bis En-de 2013 rechnet CEO Stefano Be-raldo nun mit 2,5 Mrd. Euro statt wie bisher mit zwei Mrd. Euro Umsatz. Der Ebitda-Gewinn soll bis dahin auf 340 Mill. Euro, der Nettogewinn auf 130 Mill. Euro steigen. Die Verschuldung soll nach den Plänen des Managements von aktuell etwa 350 Mill. Euro auf dann 30 Mill. Euro sinken.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin

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