Bilanz 2005
Hahn kein Erfolgsgarant mehr für Ryanair

Der Flughafen Hahn ist als der deutsche Startplatz für Billigflieger bekannt. Doch im vergangenen Jahr flogen Ryanair und Co. bei weitem nicht so viele Passagiere in den Hunsrück wie erhofft. Dafür legte Hahn an anderer Stelle zu.

HB FRANKFURT. Mit 3,1 Mill. Fluggästen erhöhte sich das Passagiergeschäft nur um 12 Prozent, gab Geschäftsführer Stefano Wulf am Mittwoch bekannt. Damit wurde auch das zum Halbjahr bereits auf 3,5 Mill. reduzierte Ziel deutlich verfehlt. Zu Jahresbeginn waren noch 3,8 Mill. Fluggäste angestrebt worden. Grund für das geringere Wachstum sei, dass vor allem Ryanair weniger zusätzliche Flugstrecken aufgenommen habe als geplant.

Das Frachtaufkommen erhöhte sich dagegen um mehr als 60 Prozent auf gut 107 000 Tonnen. Der Flughafen Hahn, an dem der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport die Mehrheit hält, ist damit viertgrößter deutscher Umschlagplatz für Luftfracht.

Angesichts der vor dem Jahreswechsel von Ryanair präsentierten Expansionspläne in Hahn werde es aber auch künftig Zuwächse im Passagiergeschäft geben, sagte Wulf. Die irische Billigfluggesellschaft will bis 2012 die Zahl der Strecken von derzeit 27 auf 50 erhöhen und statt 6 dann 18 Flugzeuge an dem rund 120 Kilometer von Frankfurt entfernt gelegenen Flughafen stationieren.

Zu Umsatz und Ertrag machte die Geschäftsführung keine Angaben. Für 2006 soll das Betriebsergebnis erstmals schwarze Zahlen aufweisen. Der erste Reingewinn seit dem Start als ziviler Flughafen 1993 ist übernächstes Jahr geplant.

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