Bilanz 2006/2007
Otto wächst dank Internet

Trotz gestiegener Konkurrenz durch kleine Online-Händler, die oftmals aus dem Wohnzimmer heraus ihr Geschäft betreiben, hat der Versandhaus-Riese Otto im vergangenen Geschäftsjahr das beste Ergebnis seiner Geschichte eingefahren. Dabei war es vor allem das Internet, über das die Kunden kamen.

HB HAMBURG. Der Umsatz kletterte um knapp 5 Prozent auf 15,3 Mrd. Euro, wie Konzernchef Michael Otto am Donnerstag bei der Bilanzvorlage für das Geschäftsjahr 2006/2007, das Ende Februar endete, in Hamburg mitteilte. Der Vorsteuergewinn legte um 11 Prozent auf 507 Mill. zu. Für das laufende Geschäftsjahr 2007/2008 stellte Otto ein Umsatzwachstum von 3 bis 4 Prozent in Aussicht.

Erstmals seit Jahren konnte der weltgrößte Versandhändler auch in Deutschland wieder ein nennenswertes Wachstum mit einem Umsatzplus von knapp 4 Prozent auf 7,1 Mrd. Euro erreichen. „Wir befinden uns auch in Deutschland nunmehr wieder auf dem Wachstumspfad“, sagte Otto. Noch besser liefen die Auslandsgeschäfte: plus 11 Prozent in Nordamerika, plus 5,5 Prozent im europäischen Ausland, plus 4,8 Prozent wechselkursbereinigt in Asien.

Als Wachstumsmotor erwies sich abermals das Geschäft über das Internet – mittlerweile ist die Otto-Gruppe hier zu Lande nach eigenen Angaben zur Nummer eins der Internethändler aufgestiegen ist. Weltweit belegt Otto den zweiten Rang im Internet nach Amazon. Der Umsatz liegt bei mehr als 4 Mrd. Euro.

Mit dem Rekordergebnis verlässt Vorstandschef Michael Otto nach 26 Jahren den Chefsessel. Der Sohn des Firmengründers Werner Otto gibt dieses Jahr nach 36 Jahren im Vorstand die Leitung des Unternehmens ab und übernimmt den Aufsichtsratsvorsitz. Neuer Otto-Chef wird ab Oktober das langjährige Vorstandsmitglied Hans-Otto Schrader. Er hat 55 000 Mitarbeiter unter sich.

Wo Otto investieren will

Otto kündigte einen kräftigen Ausbau des Internet-Katalogs an, da immer mehr Ladenketten, etwa aus dem Modebereich, Online-Angebote aufbauen und so zur Konkurrenz im Netz werden. Otto will etwa zusätzlich einen Internet-Shop von Marken wie Nike anbieten. Auch die Bild-Darstellung soll sich angesichts der steigenden Computerleistung verbessen, etwa durch das Zeigen ganzer begehbarer Wohnwelten.

Otto will auch im Ladengeschäft weiter angreifen, wo der Konzern etwa Ketten wie Zara, My Toys oder Bonprix betreibt. Dazu will der Konzern extra für diesen Bereich ein neues Vorstandsmitglied bestellen.

Kräftige Wachstumsschübe erhofft sich der Konzern aus dem Ausland: In Russland will Otto nach dem Markteinstieg in fünf Jahren 500 Mill. Euro Umsatz schaffen. Die jährliche Steigerung im Versandhandel dort betrage über 30 Prozent, sagte Otto. Im laufenden Jahr will der Handelskonzern einen Test im Schwellenland Brasilien starten, wo der Versandhandel keine Tradition hat.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%