Bilanz Einzelhandel
„Bestes Weihnachtsgeschäft seit Jahren“

2010 ist alles anders – zumindest bei den Einzelhändlern: Üblicherweise sprach der Branchenverband vor dem 1. Advent stets von guter Kauflaune, um dann von Woche zu Woche die Erwartungen nach unten zu revidieren. In diesem Jahr ist man bescheiden gestartet und bilanziert nun das beste Geschäft seit langem.
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HB BERLIN. Die Einzelhändler freuen sich über das beste Weihnachtsgeschäft seit Jahren. „Die Menschen haben sich das Einkaufen von den chaotischen Wetterverhältnissen nicht verderben lassen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes HDE, Stefan Genth, am Donnerstag in Berlin. Für November und Dezember rechnet der Verband mit einem Umsatz von 77 Milliarden Euro - das wären zwei Prozent mehr als im krisengeschwächten Vorjahr. „Wir kommen auf das Niveau von 2005 zurück“, sagte Genth.

Die Wirtschaftskrise sei von den Menschen erstaunlich schnell überwunden worden: „Die Leute waren in Kauflaune.“ Über das Jahr hätten sie Geld angespart und leisteten sich nun etwas besonders wie Uhren oder Schmuck: „Wenn solche Branchen gut laufen, dann ist die wirtschaftliche Lage entspannt. Man gönnt sich wieder etwas.“

Besonders an Samstagen und verkaufsoffenen Sonntagen strömten die Kunden in die Kaufhäuser und Einkaufszentren, wo sie vor dem Wetter geschützt waren. Neben den Geschenke-Klassikern wie Spielzeug, Uhren, Schmuck und Büchern griffen die Kunden auch bei warmer Winterkleidung und Wintersportartikeln kräftig zu: „Manche Händler hätten doppelt so viele Handschuhe verkaufen können“, sagte Genth. Bei Schlitten und Schneeschiebern gab es Engpässe.

Und das gute Geschäft soll weitergehen: Die Branche spekuliert darauf, dass viele Menschen ihren Einkaufsbummel wegen schlecht geräumter Straßen und Verspätungen bei Bus und Bahn in der Vorweihnachtszeit verschoben haben - und nach dem Fest noch einmal kräftig einkaufen. „Zwischen Weihnachten und Neujahr haben viele Menschen frei und sind entspannt. Dann werden sie ihren Einkaufsbummel sicherlich nachholen“, sagte Genth. Er erwartet dann die umsatzstärkste Woche des Jahres.

Auch die Hightech-Branche ist mit dem Verlauf des Weihnachtsgeschäfts bei hochwertiger Elektronik hoch zufrieden. Ein Renner bei den Kunden seien die neuen Tablet-PCs gewesen, wie der Branchenverband Bitkom am Donnerstag nach einer Umfrage unter Herstellern und Händlern mitteilte. Diese Geräte hätten sich bei den mobilen Computern als neue Klasse neben Notebooks und den kleineren Netbooks etabliert. Laut Verband wurden im Jahre 2010 rund 450 000 Tablet-PCs verkauft. Besonders gefragt gewesen seien zudem Spiele-Software und Handys, gefolgt von Flachbild-Fernsehern und Digitalkameras.

Laut Bitkom profitierten die Kunden bei ihren Weihnachtseinkäufen von gesunkenen Preisen für Hightech-Produkte. So seien die Durchschnittspreise für Flachbild-Fernseher um vier Prozent auf 683 Euro zurückgegangen. Die Preise für Notebooks seien um zehn Prozent auf durchschnittlich 513 Euro gefallen, die Preise für die handlichen Netbooks um elf Prozent auf 254 Euro. Den stärksten Preisrückgang hätten hochauflösende DVD-Spieler verzeichnet: Für Blu-ray-Player hätten die Käufer mit durchschnittlich 173 Euro rund 22 Prozent weniger als im Vorjahr zahlen müssen.

Auch der Branchenverband gfu spricht von einem guten Weihnachtsgeschäft und verweist besonders auf eine hohe Nachfrage bei Großbild-TV-Geräten. In den ersten Wochen der Adventszeit (22. November bis 10. Dezember) seien insgesamt rund 660 000 Fernsehgeräte verkauft worden, zehn Prozent mehr als im vergleichbaren Zeitraum 2009, hatte die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik am Mittwoch in Nürnberg mitgeteilt. Dabei hätten sich folgende Trends abgezeichnet: Jedes zweite verkaufte TV-Gerät sei ein Großbildgerät mit einer Bilddiagonalen von 94 cm (37 Zoll) und mehr gewesen. Über 80 Prozent der verkauften Geräte seien HDTV-tauglich und jeder achte verkaufte Großbildfernseher (über 94 cm) sei ein 3D-Fernseher. Für die 3D-TVs werden laut gfu im Durchschnitt 1 500 Euro ausgegeben.

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  • ist nur doof das sie sobald sie es ausgepackt haben das ding schon 25% bis 50% an wert verliert. Schlechte Kapitalanlage ist das, da gbt es echt bessere Wege Vermögen zu sichern, wenn das denn heut zu tage noch so sicher möglich ist

  • Die Leute sind eben clever.
    Tauschen ihre bald wertlosen bunten Eurobanknoten gegen Realwerte ein.
    ich bin dann mal auf 2011 gespannt.

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